Mobile Palliativteams in Tulln, Wiener Neustadt und Melk

Bohuslav: Jeder Mensch verdient sich Lebensqualität auch am Lebensende

St. Pölten (NLK) - Im Landespflegeheim in Tulln starten heute, 3. Oktober, gemeinsam mit den Partnern der sozialen Dienste offiziell die mobilen Palliativteams von Melk, Wiener Neustadt und Tulln ihre Arbeit. Bei der Hospiz- und Palliativversorgung geht es um die pflegerische, medizinische, psychosoziale und spirituelle Betreuung und Begleitung todkranker und sterbender Patienten und ihrer Angehörigen.
Das Land Niederösterreich hat 2005 ein integriertes Hospiz- und Palliativversorgungskonzept beschlossen, das bis 2012 den Ausbau eines landesweiten Versorgungsnetzes auf hohem Qualitätsniveau vorsieht. "Der Start der mobilen Palliativteams ist dabei ein wichtiger Schritt", so Landesrätin Dr. Petra Bohuslav: "Jeder Mensch verdiene sich ein Sterben in Würde und Lebensqualität bis ans Lebensende." Der Landesverband für Hospiz arbeitet gemeinsam mit dem Land an der Umsetzung.

Die mobilen Palliativteams sind multiprofessionell zusammengesetzt. Sie bestehen aus MitarbeiterInnen des Landes aus Heimen und Kliniken, der Caritas, der Erzdiözese Wien, der Diözese St. Pölten und dem NÖ Hilfswerk. Auch dem Roten Kreuz und der NÖ Volkshilfe wurde eine Kooperation angeboten. Die Teams wenden sich in erster Linie an die Betreuenden zu Hause und im Heim. Sie sind für das ärztliche Personal, für Pflegepersonen, Physiotherapeuten und Angehörige vor allem beratend und anleitend tätig und bringen ihre Erfahrung in der Schmerztherapie, Symptomkontrolle und psychosozialer Begleitung ein. Zu ihrem Auftrag gehört auch die Wissensvermittlung an BetreuerInnen und professionelle Helfer mit dem Ziel der bestmöglichen Linderung der vielfältigen Symptome. Patienten soll ein langes Verbleiben zu Hause oder im Heim ermöglicht und die Aufnahme in ein Akutkrankenhaus vermieden werden.

Niederösterreich sei im Bereich der Hospiz- und Palliativversorgung sowohl was den Status des Angebotes als auch das Konzept betrifft im Bundesländervergleich vorbildhaft, bekräftigt Bohuslav. Der bevorstehende Welthospiztag sei ein guter Anlass Bilanz zu ziehen. In Niederösterreich sind 28 mobile ehrenamtliche Hospizteams tätig, damit ist bereits der Vollausbau erreicht. In Mödling (Thermenregion) und Weinviertel sind zwei mobile Palliativteams im Einsatz, mit den drei neuen ist eine Flächendeckung gewährleistet. Dazu kommen die vier stationären Hospize in den Heimen Melk, Tulln, Wiener Neustadt und Horn. Weiters sind zehn Palliativkonsiliardienste in den Kliniken Waidhofen an der Thaya, Scheibbs, Krems Lilienfeld, Baden, Amstetten, Horn, Gmünd, Hainburg und St. Pölten und vier Palliativstationen in den Kliniken tätig. Insgesamt investiert das Land für die Hospiz- und Palliativversorgung fünf Millionen Euro jährlich.

Bohuslav würdigt auch ihre Amtsvorgängerin Liese Prokop, die mit überaus hohem Engagement diesen Aufbau vorangetrieben hat. Begonnen hat es im Jahr 1998 mit dem ersten Stationären Hospiz im Pflegeheim Melk. Neben den bereits bestehenden Standorten sind zwei weitere in Mistelbach und St. Pölten in Vorbereitung.
Besonders dankt Bohuslav auch den mehr als 350 ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern, die "Menschen in Niederösterreich am letzten Weg so vorbildhaft begleiten".

Weitere Informationen: Dr. Otto Huber, Leiter der Abteilung Heime, Telefon 02742/9005-16380, Dr. Brigitte Riss, Obfrau Landesverband Hospiz, Telefon 02236/860 131.

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