Expertendiskussion ortet fehlende Lobby für Tourismus in Österreich

Diskussionsrunde zum Thema "Ist Schnee das Einzige, das dem Tourismus in Tirol fehlt?" - Medien-Analyse zeigt Kulturthemen als Vorreiter touristischer Berichterstattung.

Innsbruck (OTS) - Dem österreichischen Tourismus fehlt eine starke Lobby. Das stellten Tiroler Tourismusexperten am Dienstagabend bei einer Diskussionsrunde - organisiert von der APA - Austria Presse Agentur und der Tiroler Mediengruppe Moser Holding - in Innsbruck fest. "Als medial unterbelichtet" bezeichnete Heidi Glück, ehemalige Pressesprecherin von Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V), dieses Thema. Den Grund dafür ortete sie unter anderem in "urbaner Überheblichkeit gegenüber dem alpinen Raum".

"Der Tourismus hat gar keine Lobby", sagte Christian Harisch, Obmann des Tourismusverbandes Kitzbühel und kritisierte in diesem Zusammenhang den zuständigen Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V). "Bartenstein ist der Tourismus in Wahrheit wurscht", meinte er. Er mache den Journalisten wegen der kargen Berichterstattung zum Thema Tourismus gar keinen Vorwurf. "Die Leute interessiert eben mehr, wer der Taufpate von Fiona's Baby ist, als wie viel die Bergbahnen im vergangenen Winter investiert haben", befand Harisch.

"Wenn ich die Top-Themen der Reisejournalisten kenne, kann ich mit den richtigen PR-Botschaften eher landen", so die These von Clemens Pig, Geschäftsführer des Innsbrucker MediaWatch Instituts für Medienanalysen. In die gleiche Kerbe schlug Waltraud Wiedermann, Geschäftsführerin von APA-DeFacto: "Zentrale Fragen von PR-Verantwortlichen im Tourismus sind etwa 'Über welche Regionen wird am meisten berichtet und welches Image haben sie?' und 'Welche Themen dominieren die Medien?'".

Eine Präsenz-Analyse österreichischer Tourismusregionen von 66 Printmedien aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und dem norditalienischen Raum hatte ergeben, dass im Sommer vor allem Wien und Salzburg mit Kulturberichterstattung dominieren. Bei den Themen stehen an erster Stelle mit 30,8 Prozent Festivals und Festspiele, an zweiter Stelle kommt Wandern mit 26,4 Prozent, ergab die Analyse der APA-Tochter MediaWatch.

Negative Berichterstattung im Tourismus gebe es vor allem im Zusammenhang mit Katastrophen, Schnee- und Personalmangel sowie Nächtigungsrückgängen, führte Glück in ihrem Vortrag aus. "Im letzten Winter wurden wir regelrecht zugeschüttet von der Klimaberichterstattung", meinte etwa Josef Margreiter, Direktor der Tirol Werbung. Das habe eine "Weltuntergangsstimmung" erzeugt, die in keiner Relation zu den tatsächlichen Verhältnissen gestanden sei. "Die Welt kann ohne Angst nicht existieren, sonst könnte man sie nicht regieren", zitierte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel den Schriftsteller Michael Crichton.

Er habe keine Angst, fügte er bei der Veranstaltung mit dem Titel "Ist Schnee das Einzige, das dem Tourismus in Tirol fehlt?" hinzu. "Wenn wir zu wenig Schnee haben, müssen wir ihn uns halt machen", meinte Schröcksnadel. Er sehe kein Problem, wenn man in Schneekanonen investiere. "Der Winter ist für mich noch lange nicht tot", sagte der Präsident des Österreichischen Skiverbandes.

SERVICE: Der Vortrag von Clemens Pig und Waltraud Wiedermann zum Download: http://www.ots.at/apa-tt-02102007.php

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