WKÖ-Generalin Hochhauser: Dank Kindergeld "neu" Familie und Beruf besser vereinbar

Größere Wahlfreiheit bei Bezugsdauer und Höhe entspricht Forderung der Sozialpartner

Wien (PWK731) - "Erfreut" ist die Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Anna Maria Hochhauser, über die Einigung auf die Reform des Kindergeldes. Nach intensiven Verhandlungen sei es gelungen, den guten Entwurf der Familienministerin noch ein Stück weit zu verbessern. "Das Kindergeld ‚neu’ ist weitaus flexibler und einfacher als die bisherige Rechtslage. Somit wird es nicht nur insbesondere für Frauen einfacher, Kinder und Karriere unter einen Hut zu bringen. Auch aus Sicht der Unternehmen, deren wichtigstes Kapital die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, stellen die Änderungen eine klare Verbesserung dar", betont Hochhauser.

Die Möglichkeit, das Kinderbetreuungsgeld kürzer zu beziehen und dafür monatlich einen höheren Betrag zu bekommen, sei ein wichtiger finanzieller Anreiz, damit insbesondere Frauen - ob unselbständig Beschäftigte oder Unternehmerinnen - schneller in den Beruf zurückkehren. Als besonders positiv strich die WKÖ-Generalsekretärin in diesem Zusammenhang hervor, dass mit der in letzter Minute inkludierten dritten Bezugsvariante - ein Kindergeldbezug von 20 + 4 Monate - ein Vorschlag der Sozialpartner aufgegriffen wurde. "Diese zusätzliche Wahlmöglichkeit hat für die Eltern den Vorteil, dass sie auch dem arbeitsrechtlichen Kündigungsschutz nach der Karenz entspricht."

Als positiv wertet Hochhauser zudem die Anhebung der Zuverdienstgrenze auf 16.200 Euro. "Gerade in höher qualifizierten Berufen war es bisher schwer, neben dem Bezug von Kinderbetreuungsgeld erwerbstätig zu sein. Denn besonders in leitenden, forschenden und beratenden Stellen ist den Unternehmen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die nur einige wenige Stunden zur Verfügung stehen, nicht gedient." Auch die Einschleifregelung bei Überschreiten der Zuverdienstgrenze sei ein Fortschritt, um unfaire Härten zu vermeiden.

"Alles in allem ist es gelungen, das Kindergeld so zu adaptieren, das es den Bedürfnissen der Familien, aber auch den Anforderungen der modernen Arbeits- und Wirtschaftswelt besser gerecht wird", stellt Hochhauser fest. Um die erweiterten Gestaltungsmöglichkeiten voll nutzen zu können, seien jedoch Änderungen bei der Betreuungsinfrastruktur nötig, erinnert die WKÖ-Generalsekretärin, deren besonderes Anliegen "Frau in der Wirtschaft" ist. "Mehr und besser zugängliche Kinderbetreuungsmöglichkeiten sind ein unbedingtes Muss, und zwar in ganz Österreich. Gerade für Unternehmerinnen und Frauen in Führungspositionen geht es dabei auch um die Kinderbetreuung in Randzeiten."

Last but not least fordert Hochhauser die steuerliche Berücksichtigung der Kinderbetreuungskosten, etwa in Form eines Betreuungsprämienmodells. Demnach könnten 10 Prozent der Aufwendungen für Betreuungs- und Haushaltshilfen als Prämie auf dem Abgabenkonto gutgeschrieben werden. "Diesem Thema muss sich die Regierung spätestens bei der für 2010 geplanten Steuerreform stellen." Bei der 2008 anstehenden Evaluierung des reformierten Kindergeldes sollte nach Ansicht der WKÖ eine stärkere Flexibilisierung der Bezugsdauer im Zentrum der Überlegungen stehen. (SR)

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