Bayr: Gewalt an Frauen durch gleiche Verteilung von Macht und Ressourcen verhindern

Wien (SK) - Die entwicklungspolitische Sprecherin der SPÖ, Petra Bayr, forderte am Mittwoch in einer gemeinsamen Pressekonferenz zum Thema "Stopp der Gewalt gegen Frauen" mit Akin Ertürk, der UNO-Sonderberichterstatterin zum Thema "Gewalt gegen Frauen", und Nicole Krotsch, Frauensekretätin der SPÖ Wien, alles zu unternehmen, um "Gewalt gegen Frauen nicht zur Menschenrechtsverletzung des 21. Jahrhundert werden zu lassen". Jede dritte bis vierte Frau sei mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen, ein Grund dafür sei "die ungleiche Verteilung von Macht und Ressourcen", daher müsse die Politik diese Probleme "konzertiert und auf breiter Ebene angreifen", so Bayr.****

Verstärktes Empowerment von Frauen, bessere Ausbildung und Schaffung von Arbeitsplätzen für Frauen seien, neben der ökonomische Unabhängigkeit, die nur durch "die alte Forderung nach gleichem Einkommen für Frauen" bewerkstelligt werden könne, die wichtigsten Punkte, um der Gewalt an Frauen entgegenwirken zu können, erklärte Bayr. Von besonders großer Wichtigkeit sei auch die "Stärkung des politischen Einflusses von Frauen", momentan betrage der Frauenanteil in den Parlamenten nur 15 Prozent, bemängelte die entwicklungspolitische Sprecherin.

Für Österreich wünschte sich Bayr einen "eigenen Aufenthaltstitel für Frauen, unabhängig vom Aufenthaltsrecht des Mannes", da diese ihren Männern sonst "völlig ausgeliefert" wären. "Ich vermisse geschlechtssensible Ansätze bei humanitärer Hilfe, Asylverfahren usw.", kritisierte Bayr. Einer der Hauptgründe für Menschenhandel und Zwangsheirat, zwei Auswüchse von Gewalt an Frauen, sei "die Armut in den Heimatländern". Man müsse das Problem an der Wurzel bekämpfen und "die Globalisierung nach menschlichen und sozialen Gesichtspunkten gestalten". "Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit sind gleich viel wert wie wirtschaftliche Interessen", bekräftigte die SPÖ-Politikerin.

Wien hat dichtestes Gewaltschutznetz Österreichs

Krotsch betonte "das dichte Gewaltschutznetz in Wien". Neben vier Frauenhäusern und Nachbetreuungswohnungen gehören Krisenzentren, Beratungsstellen und der 24 Stunden-Notruf zum Netz der Stadt Wien. Zur Zwangsheirat, einer "ganz speziellen Form von Gewalt an Frauen", sei nun eine Studie in Auftrag gegeben worden, woraus dann ein "Leitfaden für die zukünftige Arbeit mit den Betroffenen" entwickelt werden solle. Die UNO-Sonderberichterstatterin hob hervor, dass in letzter Zeit besonders "Kultur und Gewalt gegen Frauen" korrelieren. Nach 9/11, dem islamischen Terrorismus und der Islamophobie seien "Kultur und Religion" jene Felder, die man im Kampf gegen Gewalt an Frauen besonders berücksichtigen müsse, so Ertürk. (Schluss) ar

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