Niederwieser: ÖVP-Motto ist offenbar "Vom Durchschnitt lernen"

ÖVP-Perspektive ist der Talschluss

Wien (SK) - "Der ÖVP-Perspektivengruppenleiter Josef Pröll sollte mal auf den Berg gehen, damit sich seine Perspektiven erweitern. Zu Prölls heutigen Ausführungen zur Bildungspoltik kann man nur sagen:
Die ÖVP-Perspektive ist der Talschluss", erklärte SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser am Sonntag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Vom Durschnitt lernen" laute das Motto der ÖVP, die sich bei der deutschen Ministerin Schavan "Ezzes" für die österreichische Bildungspolitik holt. Das sei nicht der Maßstab, den sich die SPÖ setze, "denn uns geht es darum, die bestmöglichen Schulen für unsere Kinder anzubieten und nicht nur bessere als Deutschland", stellte Niederwieser klar. ****

"Die Absicht der deutschen Ministerin äußert sich schon in der öfters gebrauchten Formel, dass die Gesamtschulbundesländer in Deutschland schlechter seien als die übrigen Länder. Zum Unterschied von Finnland, Korea, Italien oder anderen Staaten gibt es in Deutschland kein Gesamtschulsystem. Dieses setzt voraus, dass alle Kinder z.B. bis 10 (wie in Österreich) oder bis 14 (wie in Belgien) oder 15 (wie in Finnland) in eine für alle Kinder gemeinsame Schule gehen und sich erst anschließend für einen bestimmten Schultyp entscheiden. Die Differenzierung nach den Fähigkeiten und Neigungen der Kinder erfolgt innerhalb dieser Schulen", erklärte der SPÖ-Bildungssprecher.

Zwar werde in Deutschland sehr häufig und durchaus von allen Parteien von "Gesamtschulen" gesprochen, gemeint ist damit aber immer ein zusätzlicher und meist pädagogisch innovativer Schultyp bei den Schulen der 10-14_Jährigen, wobei die vorhandenen Schultypen (Gymnasium, Hauptschule) beibehalten werden.

"Bestreben der ÖVP ist es, in Österreich jetzt wieder mit solchen Gesamtschulversuchen zu beginnen. Das würde für weitere 15-20 Jahre das derzeitige differenzierte Schulsystem, das vor allem von der gewerkschaftlichen Vertretung der Gymnasiallehrer verteidigt wird, konservieren", kritisierte Niederwieser.

Österreich würde außerdem dort ansetzen, wo man in verschiedenen deutschen Bundesländern vor über zehn Jahren begonnen hat. Das sei ein sehr halbherziger Schritt, der uns für die nächsten zehn PISA-Studien ein Match zwischen Deutschland und Österreich im Mittelfeld des Rankings garantiere, uns aber nicht wirklich weiterbringe, so Niederwieser abschließend. (Schluss) sl

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