Seniorenbundobmann Khol: "Massiver Beitrag des Seniorenbundes zur ÖVP-Perspektivendiskussion"

Endpapier der Gruppe "Generationen" und Ergebnisse der "Denkwerkstatt" komplett übernommen

Wien (OTS) - Morgen wird Umweltminister Dipl.-Ing. Josef Pröll die Ergebnisse der ÖVP Perspektivendiskussion präsentieren. Seitens des Österreichischen Seniorenbundes, der größten Teilorganisation der ÖVP, zog Bundesobmann Dr. Andreas Khol Bilanz über die Perspektiven 2010 Bilanz: "Die Perspektivendiskussion war ein erfolgreicher und wichtiger Prozess. Jede Partei muss in regelmäßigen Abständen ihr Programm und ihre Werte mit Blick auf die Lebensrealität der Menschen überprüfen. Es freut mich, dass die äußerst umfangreichen Beiträge des Österreichischen Seniorenbundes zur Gänze in die Dokumentation der Perspektivendiskussion übernommen wurden." Die Gruppe "Generationen" hatte unter der Leitung von der Seniorenabgeordneten Mag. Gertrude Aubauer und der JVP-Obfrau Silvia Fuhrmann ein gemeinsames Papier erarbeitet. Zudem hatte der Seniorenbund die Ergebnisse der 2005 gegründeten "Denkwerkstatt" auf einem Kongress vertieft, und das Ergebnis als eigenen Beitrag in die Perspektivendiskussion eingebracht (siehe Anhang). "Beide Beiträge werden das neue Programm der Österreichischen Volkspartei mitbestimmen", unterstrich Khol.

Perspektivengruppe Generationen: Gemeinsam die Zukunft gestalten!

Die Impulsgruppe Generationen hat einige sehr interessante Vorschläge erarbeitet. "Am erfreulichsten war sicherlich", sagte Khol, "dass in der Perspektivengruppe Generationen ganz klar der Konsens im Vordergrund stand." So hatte sich die Gruppe in Ihrem Abschlussbericht klar zum Prinzip der Nachhaltigkeit bekannt. "Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist von zentraler Bedeutung, da keine Generation zu Lasten einer anderen leben darf. Es müssen alle Generationen gerecht am wirtschaftlichen, kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Leben beteiligt werden", betonte Khol. Von der Perspektivengruppe wurde auch die Seniorenbund-Forderung nach einem Diskriminierungsverbot aufgrund des Alters als Bestandteil der neuen Verfassung bekräftigt.

Ein interessanter Berührungspunkt zwischen Jung und Alt hatte sich in der Diskussion im Bereich des generationengerechten Wohnens ergeben. Khol: "Die Jüngeren haben oft Schwierigkeiten ihre erste eigene Wohnung zu finanzieren, viele Senioren leben alleine und benötigen Unterstützung. Die Perspektivengruppe hat sich daher für die Förderung von 'Wohn-Sharing' Systemen ausgesprochen." So könnten die Jüngeren billiger Wohnraum zur Verfügung gestellt bekommen, und als Gegenleistung den Älteren mit einfachen Hilfsdiensten (Einkaufen, Hilfe im Haushalt, etc.) behilflich sein. Neben zahlreichen anderen ausgezeichneten Vorschlägen, hatte die Gruppe mit Idee einer Kombination von Kindergärten und Tagesheimen für Senioren einen besonders zukunftsweisenden Vorschlag gemacht. "Alles in allem hat die gemeinsame Programmarbeit von Jüngeren und Älteren deutlich gezeigt, dass jeder vom jeweils anderen profitieren kann, solange man sich gegenseitig achtet und respektiert", so Khol.

Die "Denkwerkstatt" des Seniorenbundes: "Freiheit und Mitbestimmung haben kein Alter"

Ein besonderer Erfolg war der große Seniorenkongress 2007, auf welchem die Ergebnisse der "Denkwerkstatt" in fünf Arbeitskreisen weiter vertieft wurden. "Ein Arbeitskreis hat sich intensiv mit den Grundwerten unserer Gesellschaft befasst. Ein Thema von herausragender Bedeutung, gerade im Zusammenhang mit der Perspektivendiskussion", betonte Khol. Der stetige Wertewandel ändert zwar die Bedeutung, welche den Grundwerten im täglichen Leben beigemessen wird, nicht aber den Gehalt dieser Grundwerte. "Es ist für uns als christlich-demokratische Bewegung von immenser Bedeutung, uns immer wieder selbst die Frage nach unseren Grundwerten, und ihre Auswirkungen auf die Realität zu stellen. Sicherlich müssen wir als Volkspartei für Neues offen sein, aber wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht!", betonte Khol. Der Schlüsselbegriff für jede Wertedebatte müsse der Begriff der Menschenwürde sein. "Religionsfreiheit, das umfassende System der sozialen Sicherheit, Bildung, Wissenschaft und Technik, Umgang mit sozialen und ethischen Randgruppen, etc.: Alles muss immer mit Blick auf den Grundwert der Menschenwürde diskutiert werden. So darf es etwa die absolute Freiheit nicht geben: Freiheit ist nur dann menschenwürdig, wenn sie ihre natürlichen Grenzen an der Freiheit des Anderen findet", präzisierte Khol. Solcherlei Überlegungen müssten gerade auch bei der derzeit breit geführten Debatte über den Islam stärker berücksichtigt werden, betonte der Seniorenbundobmann: "Wir müssen die Religionsfreiheit hochhalten und ein respektvolles Miteinader zustande bringen. Um dies zu erreichen müssen aber alle Seiten ihre jeweiligen Pflichten wahrnehmen!"

Eine ebenfalls besonders fruchtbare Diskussion wurde unter dem Überbegriff der "Solidarität" geführt. "Solidarität ist in Zeiten fortschreitender Globalisierung oberstes Gebot. Solidarität darf dabei aber nie zu einer Einbahnstraße werden." So hatten sich etwa die Pensionisten angesichts schlechter Wirtschaftslage und notwendiger Finanzierung der Pensionsreformen solidarisch gezeigt und unterdurchschnittliche Pensionserhöhungen akzeptiert. "Im Sinne der Solidarität ist es jetzt, angesichts steigender Lebenskosten bei gleichzeitig ausgezeichneter Konjunktur sowie sprudelnder Steuereinnahmen, eine Frage der Gerechtigkeit, endlich die versprochene Werterhaltung der Pensionen umzusetzen. Zudem müssen die älteren Generationen gerecht am Produktivitätsfortschritt beteiligt werden. Es ist ganz einfach inakzeptabel, wenn der Lebensstandard der Senioren stetig sinkt", so Khol.

"Fünf vor Zwölf" sei es in Fragen der Bildung. "Die Universitäten haben sämtliche Seniorenlehrgänge einfach gestrichen: Ein Skandal!", betonte Khol. Überhaupt müsse der Wunsch vieler Senioren, sich weiterzubilden, stärker unterstützt werden. Kritik wurde auf dem Kongress vor allem auch am ORF geäußert: "Der ORF darf vor allem deshalb Gebühren einheben, weil er einen Bildungsauftrag hat. Dieser wird aber nicht mehr ausreichend erfüllt."

Weitere wichtige Themen der Arbeitskreise waren die Bereiche "Pflege und Betreuung" sowie "Mitbestimmung". Pflege und Betreuung sollten kein privates Risiko sein, sondern als Teil des umfassenden Sozialsystems aus öffentlichen Mitteln und aus einer Hand finanziert werden. Um endlich eine endgültige Lösung der 24-Stunden-Betreuung zu erreichen, wurde auf dem Kongress unter anderem die rasche Umsetzung des 4-Säulen-Modells des Seniorenbundes eingemahnt. "Mitbestimmung hat kein Alter. Die älteren Generationen müssen auf allen Ebenen mit Sitz und Stimme vertreten sein, also in allen Entscheidungsgremien, vom Gemeinderat bis zum Parlament, aber auch in so wichtigen Institutionen, wie etwa der Sozialversicherung", so Khol abschließend.

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