"profil": Harsche Kritik an Belvedere-Direktorin Agnes Husslein

Seit Jahresbeginn haben 19 Mitarbeiter das Haus verlassen

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, hat der Kunsthistoriker Christian Huemer in einem Streit mit Belvedere-Direktorin Agnes Husslein die Volksanwaltschaft angerufen. Zwei Jahre lang arbeitete Huemer an einer Ausstellung, die unter dem Titel "Affaires Modernes. Austrofranzösische Kunstbeziehungen" im Salzburger Museum der Moderne hätte stattfinden sollen. Dazu beauftragt worden war er von der damaligen Direktorin Agnes Husslein. Zur Ausstellung in Salzburg kam es nicht mehr. Dafür eröffnet kommende Woche im Belvedere, das Husslein seit Anfang des Jahres leitet, eine Schau mit dem gleichen Thema ("Wien - Paris. Van Gogh, Cézanne und Österreichs Moderne 1880-1960"). Als Kurator scheint Huemer nirgendwo mehr auf - obwohl sich die Belvedere-Ausstellung, wie er erzählt, zu weiten Teilen an sein Konzept anlehne und von ihm organisiertes Quellenmaterial verwendet worden sei.

Nachdem Huemer im Frühjahr monatelang erfolglos versucht hatte, einen Termin mit Husslein zu bekommen, schaltete er den Rechtsanwalt ein. Sein Anspruch auf Namensnennung wurde ihm abgeschlagen: Mit der in Salzburg geplanten Ausstellung habe die aktuelle im Belvedere nichts mehr gemein, teilt Belvedere-Anwalt Ernst Ploil mit. Huemers Anwalt verweist dagegen auf E-Mails, die Co-Kurator Matthias Boeckl zwischen Juni 2006 und März 2007 verfasste: Darin ist, unter Bezugnahme auf Huemer, von "unserem Material" und "unseren Vorarbeiten" die Rede. In der Vorwoche hat sich Huemer, der das Handeln Hussleins als "selbstherrliches Raubrittertum" bezeichnet, an die Volksanwaltschaft gewandt.

"Die Idee für das Projekt stammt von Matthias Boeckl und mir und wurde seit 2003 kontinuierlich weiterentwickelt", weist Husslein gegenüber "profil" Huemers Vorwürfe zurück. Zum Abgang zahlreicheer Mitarbeiter hingegen will sie keinen Kommentar abgeben. Seit Anfang des Jahres haben laut einer hausinternen Liste 19 großteils hoch qualifizierte Mitarbeiter das Belvedere verlassen.

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