Gewerkschaften: Austria Tabak Schließung direkte Folge von Grassers Privatisierung

Alle Versprechen waren Schall und Rauch

Wien (OTS) - Wien(GMTN/GPA-DJP/ÖGB) Die Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN) und die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-DJP) bezeichnen die geplante Schließung des Linzer Werks der Austria Tabak als direkte Folge der verfehlten Privatisierungspolitik von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser.++++

"Schwarzmalerei, Miesmacherei und andere freundliche Worte hat man 2001 für die Warnungen der Gewerkschaften übrig gehabt, als wir die Privatisierung der Austria Tabak kritisiert haben", sagt Erich Foglar, Bundesvorsitzender der GMTN. "Die Standortgarantie des vorigen britischen Eigentümers war schon wenige Wochen nach deren Auslaufen Geschichte, und die Versprechen des ehemaligen Finanzministers, dass die Austria Tabak in Österreich weiterhin ein blühendes Unternehmen sein wird, erweisen sich heute als Schall und Rauch."

"Es war volkswirtschaftlich fahrlässig, ein florierendes Unternehmen wie die Austria Tabak es war, zu privatisieren", sagt Karl Proyer, stellvertretender Bundesgeschäftsführer der GPA-DJP." Den Preis dafür zahlen jetzt die Beschäftigten, darüber kann auch ein Sozialplan nicht hinwegtäuschen. Offenbar soll die Großzügigkeit beim Sozialplan das schlechte Gewissen der Geschäftsführung beruhigen."

"Hätte man von Anfang an unsere Bedenken ernst genommen, dann müssten wir - die Betriebsräte gemeinsam mit den Gewerkschaften - nicht Feuerwehr spielen und für die 300 Betroffenen in Linz und auch einige in Wien wahrscheinlich bald einen Sozialplan verhandeln", kritisieren Foglar und Proyer. Die Aussagen der Firmenleitung, wonach man auch in Zukunft großen Wert auf die Produktion in Österreich lege, sehen die Gewerkschaften skeptisch: "Wir werden uns das im Zuge der Verhandlungen mit der Geschäftsführung sehr genau erklären lassen. Denn wir befürchten, dass auf dem Weg von Linz nach Hainburg, wohin die Produktion verlagert werden soll, von den 300 Arbeitsplätzen eine wesentliche Anzahl für immer verloren gehen wird."

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