"KURIER"-Kommentar von Magdalena Rauscher-Weber: "Patient in Not"

Die Hauptbetroffenen hört man in der Debatte über Gesundheitsreformen nicht.

Wien (OTS) - Zwei, drei Monate Wartezeit auf einen Facharzttermin
- das kann vorkommen. Von einer Untersuchung zur anderen geschickt werden, zu verschiedenen Ärzten, mit viel Zeitverlust - das ist eben so. Wenn man am Abend oder am Wochenende Probleme bekommt - da bleibt halt meist nur die Fahrt ins überfüllte Spital. Patienten wird einiges zugemutet. Aber was erträgt man nicht alles, wenn es um die Gesundheit geht.
Schwer verträglich ist allerdings die Art und Weise, wie in Österreich über Reformen im Gesundheitswesen diskutiert wird. Ein gutes - oder besser schlechtes - Beispiel sind die vom Gesundheitsministerium angedachten "ambulanten Versorgungszentren". Viel ist darüber noch nicht bekannt, doch die Proteste sind bereits heftig. Die Ärzte fürchten um ihre Existenz und wollen sich "massiv zu Wehr setzen" (Ärztekammerpräsident Dorner). Auch die Krankenkassen sind "fassungslos", weil sie nicht involviert sein sollen.
Von den Patienten hört man nichts. Obwohl sie die Hauptbetroffenen sind - wahrscheinlich im positiven Sinn. Weniger warten, weniger herumfahren, schneller betreut werden: Das müsste lautstark gefordert werden. Aber Patienten haben keine Lobby und warten weiter.

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