Salzburg AG: Speichererweiterung Kraftwerk Naßfeld eröffnet

Salzburg (OTS) -

  • 12,6 Mio. Euro in Verbesserung der Salzburger Energieversorgung investiert
  • Österreichs erster unterirdischer Energiespeicher errichtet
  • Nutzinhalt des Speichers Bockhartsee auf 18,5 Mio. m3 erhöht

Die Salzburg AG eröffnete heute, am 28. September 2007, die Speicherweiterung des Kraftwerks Naßfeld. Bereits im Sommerhalbjahr 2006 wurde das Speichervolumen des Tagesspeichers Naßfeld durch ein unterirdisches, fast 2.000 m langes Kavernensystem von ursprünglich 56.000 m3 auf etwa 230.000 m3 erweitert. Zusätzlich wurde nun der bestehende Steinschüttdamm des Jahresspeichers Bockhartsee durch Aufsetzen einer Winkelstützmauer aus Stahlbeton um 8,5 m erhöht. Die Arbeiten in diesem sensiblen Gebiet wurden von Experten des Landschafts- und Naturschutzes begleitet.

Dr. Othmar Raus, Landeshauptmann-Stellvertreter und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Salzburg AG: "Der Ausbau der Wasserkraft stellt einen wichtigen Schritt für die heimische Energieversorgung dar. Die Speichererweiterung Naßfeld bringt sauberen Strom aus Wasserkraft und mehr Unabhängigkeit vom internationalen Strommarkt". Auch Gerhard Steinbauer, Bürgermeister von Bad Gastein, betont die Wichtigkeit des Ausbaus der Wasserkraft und freut sich über die gelungene Integration der Kraftwerkserweiterung in Natur und Umwelt:
"Der steigende Stromverbrauch macht neue Erzeugungsanlagen notwendig. Mit der Speicher-erweiterung wurde die Jahreserzeugung der gesamten Kraftwerksgruppe auf naturschonende Weise gesteigert."

Dr. Arno Gasteiger, Sprecher des Vorstandes der Salzburg AG, betont das effiziente Wassermanagement: "Durch Pumpspeicheranlagen wie das Kraftwerk Naßfeld können die tagtäglichen Bedarfsschwankungen bei Strom ausgeglichen werden und ein Überangebot an Energie optimal genutzt werden. Insbesondere die schwer steuerbaren Erzeugungsleistungen der gestiegenen Anzahl von Windkraftanlagen können somit kompensiert werden." "Wir investierten in die Speichererweiterung rund 12 Mio. Euro. Dabei wurden alle Aufträge an österreichische Unternehmen vergeben und ein kräftiger Impuls für die regionale Wirtschaft gegeben", resümiert Finanzvorstand Mag. August Hirschbichler.

Österreichs erster unterirdischer Energiespeicher

"Die Kaverne des Tagesspeichers ist Österreichs erstes und auch größtes unterirdisches Tunnelsystem, welches ausschließlich zur Energiespeicherung genutzt wird. Innerhalb von vier Monaten wurden im konventionellen Sprengvortrieb mehr als 160.000 m3 kompaktes Gneisgestein ausgebrochen. Das entspricht etwa 40 % einer Röhre des Katschbergtunnels", erläutert DI Bernd Stögner, Salzburg AG-Bereichsleiter für Sonderprojekte. Die Inbetriebnahme der Speicherkaverne erfolgte nach nur sechs Monaten Gesamtbauzeit bereits im November 2006.

Mehr Wasser im Bockhartsee

Der Speicher Bockhartsee hatte bis zur Erweiterung einen nutzbaren Inhalt von 14,9 Mio. m3. Der bestehende Steinschüttdamm wurde nun um rund 8,5 m erhöht. Dadurch vergrößert sich der Speicherinhalt des Sees um 3,6 Mio. m3 auf 18,5 Mio. m3. Die Erhöhung der Dammkrone erfolgte durch das Aufsetzen einer ca. 80 cm breiten Winkelstützmauer aus Stahlbeton. Zusätzlich wurde diese Stützmauer luftseitig mit ca. 80.000 m3 des Ausbruchmaterials aus der unterirdischen Erweiterung des Tagesspeichers Naßfeld eingeschüttet.

Pumpspeicherbetrieb gleicht Bedarfsschwankungen aus

Durch die Nutzung einer Pumpturbine, wie im Kraftwerk Naßfeld, können die täglichen Strombedarfsschwankungen ausgeglichen werden. Das bereits zur Energiegewinnung eingesetzte Wasser wird aus dem unteren Speicher in einen höher gelegenen Speicher zurückgepumpt, um zu Zeiten von Verbrauchsspitzen wieder zur Stromerzeugung zur Verfügung zu stehen. Da besonders nachts der Strombedarf gering ist, kann so das Überangebot an Energie optimal genutzt werden.

Im Einklang mit der Natur

Um den Dammkörper möglichst harmonisch in die Landschaft zu integrieren, wurde die luftseitige Dammneigung im Flankenbereich auf ein naturnahes Verhältnis abgeflacht. Die Beschüttung der Betonmauer wäre aus statischer Sicht nicht erforderlich und wurde vorrangig aus Gründen des Landschaftsschutzes ausgeführt. Weiters wurde die gesamte Vegetationsdecke zu Beginn der Arbeiten schonend abgetragen und der natürliche Bewuchs behutsam geborgen, zwischengelagert, um nach Ende der Bauarbeiten wieder auf die neue Dammschüttung aufgebracht zu werden. Zusätzlich werden im Rahmen der ökologischen Begleitplanung neue Amphibienlaichgewässer und Niedermoorgebiete im Umfeld der Speicheranlage angelegt.

25 Jahre Kraftwerk Naßfeld

Das bestehende Kraftwerk Naßfeld wurde in den Jahren 1980 bis 1982 errichtet. Die Anlage ist die Oberstufe der aus drei Kraftwerken bestehenden Kraftwerksgruppe Gasteiner Tal. Gemeinsam mit den Kraftwerken Böckstein und Remsach nutzt das Kraftwerk den Bockhartsee als Jahresspeicher. Das Wasser kann so mehrmals hintereinander zur Produktion von Energie herangezogen werden. Insgesamt erzeugt die Gruppe jährlich 264 Mio. kWh Strom, das entspricht dem Bedarf von rund 75.000 Haushalten.

Fakten Bauzeit: Mai 2006 - September 2007 Kosten: ca. 12,6 Mio. Euro Nutzinhalt Jahresspeicher Bockhartsee: 18,5 Mio. m3 (vorher 14,8 Mio. m3) Nutzinhalt Tagesspeicher Naßfeld: 230.000 m3 (vorher 60.000 m3) Jahreserzeugung Kraftwerk Naßfeld (inkl. Pumpumwälzung): 50 Mio. kWh Strom, entspricht dem Verbrauch von rund 14.000 Haushalten Jahreserzeugung der Kraftwerksgruppe Gasteiner Tal: 264 Mio. kWh Strom, entspricht dem Verbrauch von rund 75.000 Haushalten

Das Unternehmen

Die Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation ist der Infrastrukturdienstleister für das Bundesland Salzburg. Das Angebot an Produkten und Dienstleistungen umfasst Strom, Erdgas, Fernwärme, Wasser, Verkehr und die CableLink-Produkte Kabel-TV, Internet und Telefonie. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006 verzeichnete die Salzburg AG mit 2.045 Mitarbeitern 825,4 Mio. Euro Umsatz.

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