Neubauer: Bundesminister kapituliert vor Sozialpartnern

Skandal der Sonderklasse, dass tausende Menschen in Österreich ohne Kollektivvertrag sind

Wien (OTS) - Der Umstand, dass der 27. September im Jahr 2007 als "Equal Pay Day" gilt, als jener Tag also, ab dem die Frauen wegen ihrer geringeren Einkommen gegenüber Männern bis Ende des Jahres gratis arbeiten müssen, war für die SPÖ der Anlass, die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern in der Aktuellen Stunde des Nationalrates zu thematisieren.

Bemerkenswert war für den FPÖ-NAbg. Werner Neubauer, "dass die Sozialdemokraten in keiner Wortmeldung erwähnten, dass BM Bartenstein die Verantwortung für den Arbeitsmarkt trägt und keinerlei Anstalten machen will, bei den fehlenden Kollektivverträgen auch nur ansatzweise etwas zu ändern." Im Rahmen einer Anfrage hatte Neubauer zu diesem Themenkreis zwanzig Fragen gestellt.

"Während der Leiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaft in der AK Wien, Günther Chaloupek, in einem Referat den Kollektivvertrag als unverzichtbares Instrument der Lohnbildung bezeichnete, wälzt der Arbeitsminister die Verantwortung auf die Sozialpartner ab", so Neubauer. Verwunderlich sei auch, dass zum Thema kollektivvertragsfreier Raum in vielen Bereichen, wie zum Beispiel der Frage, ob mehr Frauen als Männer von diesem Problem betroffen seien, nicht einmal Zahlen in Österreich vorlägen, um dem Problem ernsthaft begegnen zu können. "Und das alles vor dem Hintergrund, dass er sich auf Kosten der Steuerzahler im eigenen Haus eine ganze Abteilung für die Hinterlegung und Kundmachung der Kollektivverträge leistet."

"Tatsache ist", stellte Neubauer abschließend fest, "dass sehr viele Frauen in Branchen arbeiten, die zum Niedriglohnsektor gehören und, wie verwunderlich, auch zum kollektivvertragsfreien Raum gehören. Ich sehe das Instrument des Kollektivvertrags als wichtiges Instrument zur Beseitigung von Einkommensunterschieden zwischen Frauen und Männern. Auch zur Stärkung und Durchsetzung einer Gleichstellung von Mann und Frau in den Betrieben kann ein Kollektivvertrag dienen. Man muss sich die Frage stellen, warum die Regierung in diesem Bereich so untätig ist."

Rückfragen & Kontakt:

Freiheitlicher Parlamentsklub

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FPK0007