Wlodkowski: Öko-Treibstoff nützt Umwelt - Schultes: EU gab Fläche frei

Landwirtschaft begrüßt Beimischungsbeginn mit 1. Oktober nun auch bei Benzin

Wien (OTS) - "Auch wenn es die Erdöllobby in trauter Einigkeit mit Umweltschützern nicht hören will: Treibstoff aus Erdöl schadet dem Klima und der Umwelt. Die Belege dafür liefern nicht nur wissenschaftliche Untersuchungen. Vor allem vermehrte Unwetterkatastrophen als Folge des Klimawandels lassen keinen Zweifel an der Umweltschädlichkeit von Treibhausgasen aufkommen, für deren Ausstoß die fossile Energie verantwortlich ist. Das Klimagift CO2 kann man nicht gesund reden. Aktiver Umweltschutz braucht Taten, nicht medien-orientierte Aktionitis und bewusste Verdrehung von Tatsachen, die sogar so weit geht, Fehlentwicklungen im Regenwald den heimischen Landwirten anzudichten. Österreichs Umweltminister setzt mit der verpflichtenden Bioethanol-Beimischung die richtigen Aktivitäten. Die Bauern unterstützen ihn dabei", stellte Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich, in einer Aussendung zu der mit 01.10. beginnenden Bioethanol-Beimischungspflicht für Benzin fest.

"In der einseitig geführten Diskussion werden viele Aspekte in unzulässiger Art vermischt und als Argumente gegen die heimische Bioethanol-Erzeugung verwendet. Unsere Bauern wollen nicht eine kaum als nachhaltig zu bezeichnende Ethanolproduktion in Brasilien oder Biodieselproduktion in Indonesien verteidigen. Bei uns erfolgt die Produktion im Gegensatz zu diesen Überseeländern unter höchsten ökologischen und sozialen Standards. So führt beispielsweise die Erzeugung von Biotreibstoffen nicht zur Entvölkerung ganzer Landstriche. Im Gegenteil, durch die Schaffung von Wertschöpfungsmöglichkeiten im ländlichen Raum, Ethanolgetreide wie Triticale wächst sogar in Ungunstlagen, kann die Abwanderung, vor allem aus den Grenzregionen, verhindert werden", erklärte Wlodkowski.

Strenge Fruchtfolge-Vorschriften

Auch den Vorwurf, der Rohstoff für Biotreibstoffe würde zu Monokulturen führen, wies Wlodkowski zurück: "In der gesamten EU gelten Fruchtfolge-Auflagen. Österreich hat zudem wegen seines in der EU einzigartigen Umweltprogramms und den damit einhergehenden Düngebeschränkungen die Auswirkungen landwirtschaftlicher Produktion auf die Umwelt minimiert. Durch die Biotreibstoffproduktion kommt es in Österreich weder zu einer Rodung von Wäldern noch zu einem Umbruch von Grünland. Die Auflagen zur Erhaltung eines guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustandes gelten für die Energieproduktion genauso wie für die Lebensmittelproduktion", ergänzte Wlodkowski.

Ökobilanz: Ehrlich argumentieren!

"Wir stellen uns gerne dem Vergleich mit anderen Energieträgern, doch wollen wir eine ehrliche Argumentation. Bei der immer wieder in Frage gestellten Öko- und Treibhausgasbilanz von Biotreibstoffen ist der kritische Punkt das angenommene Referenzszenario. Wer zieht in seine Berechnungen das CO2, das bei der Abfackelung des Erdgases während der Erdölgewinnung in großen Mengen entsteht, mit ein? Seriöse Studien, wie die des IFEU Heidelberg zeigen, dass bei intelligenten Energiekonzepten bei der Konversion, so nützt die Agrana-Anlage in Pischelsdorf die Abwärme des Kraftwerkes Dürnrohr, die CO2-Bilanz klar positiv ist", stellte Wlodkowski klar und ergänzte: "Die unermesslichen Kosten, die die kriegerischen Auseinandersetzungen, die rund um das Erdöl geführt werden, verursachen, müssen hier nicht extra erwähnt werden."

EU: Flächen werden frei

"In der EU werden weitere Flächen für die Energieproduktion frei werden. Das liegt zum einen an der nun erfolgten Aufhebung der Flächenstilllegung und an den steigenden Erträgen durch den züchterischen Fortschritt, aber auch daran, dass immer weniger Futter für eine stetig sinkende Tierzahl benötigt wird. Gleichzeitig stagniert der Bedarf an Lebensmitteln in der EU nicht zuletzt aufgrund der demografischen Entwicklung. Außerdem sind in den Erweiterungsländern noch enorme Produktionspotenziale vorhanden", sieht Hermann Schultes, Vorsitzender des Energieausschusses der LK Österreich, kein Problem für ein verantwortungsvolles Nebeneinander von Lebensmittel- und Energieerzeugung. Er ergänzte zur verpflichtenden Flächenstilllegung: "Diese erfolgte nicht aus ökologischen Gesichtspunkten, sondern um der zum damaligen Zeitpunkt bestehenden Überproduktion Einhalt zu gebieten. Nachdem sich die Marktsituation geändert hat, ist es nur konsequent, die Stilllegung wieder zu beenden. Ambitionierte ökologische Zielsetzungen werden zudem im Bereich der Ländlichen Entwicklung, und hier ist Österreich Vorbild, verwirklicht."

Versorgungssicherheit und Handelsbilanz

"Natürlich kostet der Einsatz von Biokraftstoffen Geld, doch auch der Kauf fossiler Energie ist teuer. Diese muss außerdem zu über 90% aus politisch unsicheren Ländern importiert werden", so Schultes weiter, der die Investitionsleistungen für Biotreibstoffe im Inland hervorhob. "Allein die Investition in die Bioethanol-Anlage in Pischelsdorf betrug über EUR 125 Mio. Zahlreiche Arbeitsplätze wurden dadurch neu geschaffen und eine noch viel größere Anzahl in der Verarbeitungsindustrie und Landwirtschaft gesichert. Darüber hinaus wird durch die Biotreibstoffproduktion die heimische Handelsbilanz massiv verbessert. Bei der Bioethanol-Produktion entstehen hochwertige Veredelungsprodukte, die Österreich noch importieren muss. So fällt neben Bioethanol ein gentechnikfreies Eiweißfuttermittel an, das GVO-Soja-Importe aus Übersee ersetzt", so Schultes abschließend.
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