Wir gratulieren Runde Geburtstage im Oktober

Wien (PK) - Im Oktober feiern folgende (ehemalige) MandatarInnen runde Geburtstage:

der ehemalige Abgeordnete Dr. Michael GRAFF (V) - 70. Geburtstag am 2. Oktober,

das Mitglied des Europaparlaments Christa PRETS (S) - 60. Geburtstag am 2. Oktober,

das ehemalige Mitglied des Europaparlaments und Abgeordneter a.D. Ing. Wolfgang NUSSBAUMER (F) - 70. Geburtstag am 3. Oktober,

der Bundeskanzler und Bundesminister a.D. und ehemalige Abgeordnete Dkfm. Dr. Franz VRANITZKY (S) - 70. Geburtstag am 4. Oktober,

der ehemalige Bundesrat Martin FORSTHUBER (V) - 70. Geburtstag am
8. Oktober,

die ehemalige Bundesrätin Traude VOTRUBA (S) - 65. Geburtstag am 10. Oktober,

der ehemalige Bundesrat Karl KAPLAN (V) - 65. Geburtstag am
11. Oktober,

der ehemalige Abgeordnete Paul LANDMANN (V) - 75. Geburtstag am
11. Oktober,

der ehemalige Abgeordnete Othmar MEISSL (F) - 90. Geburtstag am
15. Oktober,

der ehemalige Abgeordnete Gerhard ABRAHAM (S) - 60. Geburtstag am 24. Oktober,

der Abgeordnete Wolfgang GROSSRUCK (V) - 60. Geburtstag am
24. Oktober,

der Abgeordnete Veit SCHALLE (B) - 65. Geburtstag am 24. Oktober,

der Bundesminister a.D. und ehemalige Abgeordnete Dr. Harald OFNER (F) - 75. Geburtstag am 25. Oktober,

der ehemalige Vorsitzende des Bundesrats Reinhold SUTTNER (S) - 80. Geburtstag am 31. Oktober.

Michael Graff 70

Einstmals war er wortgewaltiges Sprachrohr der oppositionellen ÖVP und zeichnete verantwortlich für ihre Wahlkampagnen anno 1986, welche einerseits die ÖVP bis auf drei Mandate an die SPÖ heranbrachten und andererseits den umstrittenen Kandidaten Kurt Waldheim zur Präsidentschaft verhalfen. Gleichzeitig war der langjährige Parlamentarier aber auch allseits geschätzter Obmann des Justizausschusses. Die Rede ist von Michael Graff, der am 2. Oktober 70 Jahre alt wird.

Geboren wurde Graff 1937 in Wien, wo er nach der Volksschule das Schottengymnasium absolvierte, anno 1945 die Gründungsstätte jener Partei, in der Graff zu seinen höchsten politischen Weihen aufsteigen sollte. Nach der Matura studierte er Rechtswissenschaften und promovierte 1959 zum Dr.iur., um sich nach dem Gerichtsjahr als selbständiger Rechtsanwalt niederzulassen. Als solcher machte er sich alsbald einen Namen.

Und so präsentierte VP-Obmann Mock 1982 den dynamischen Juristen als neuen Generalsekretär der ÖVP. Gleich bei der ersten Bewährungsprobe, den Nationalratswahlen 1983, konnte Graff einen Erfolg einfahren. Die ÖVP legte Mandate zu und brach die absolute Mehrheit der Sozialisten. Doch die Hoffnung auf einen Regierungswechsel machte Kreiskys taktisches Geschick zunichte, der eine rotblaue Koalition installierte, sodass die Konservativen auch weiterhin auf den Oppositionsbänken Platz nehmen mussten.

1986 aber konnte die Partei die Gunst der Stunde nutzen. Die Regierung Sinowatz war alles andere denn populär, ihr Präsidentschaftskandidat Steyrer blass. Erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik gelang es der ÖVP, ihren Kandidaten in die Hofburg zu bringen. Ein halbes Jahr später saß die ÖVP auch erstmals seit 1970 wieder in einer Regierung.

Doch für Graff selbst, lange Zeit für den Posten des Justizministers gehandelt, gab es keinen Platz auf der Regierungsbank. Umstrittene Aussagen im Zusammenhang mit der Vergangenheit des ÖVP-Präsidentschaftskandidaten Waldheim führten dazu, dass er 1987 auch als Generalsekretär ausschied. In der Folge aber profilierte sich Graff bis 1994 als allseits geschätzter und kompetenter Obmann des Justizausschusses des Nationalrats, dem er seit 1983 angehörte. Im November 1994 konnte er allerdings kein Fixmandat mehr erringen, weil die ÖVP unter seinen Nachfolgern im Generalsekretariat zum Teil empfindliche Niederlagen hatte hinnehmen müssen und binnen zweier Wahlgänge von 77 auf 52 Mandate sank. Zwar kehrte Graff 1995/96 nochmals für acht Monate in den Nationalrat zurück, doch de facto konzentrierte er sich verstärkt auf seinen Beruf, wo er immer wieder durch spektakuläre Fälle öffentliche Aufmerksamkeit fand.

Franz Vranitzky 70

Einen runden Geburtstag feiert auch der langjährige Bundeskanzler Franz Vranitzky: am 4. Oktober wird er 70.

Geboren 1937 in Wien, studierte er nach der Matura 1955 an der Wirtschaftsuniversität Handelswissenschaften und wurde 1960 Diplomkaufmann und 1969 Dr.rer.comm., zu welchen Titeln später Ehrendoktorate - z.B. der Universität Jerusalem - kamen.

Nach kurzer Tätigkeit bei Siemens-Schuckert trat Vranitzky, der in seiner Jugend ein renommierter Sportler gewesen war und Österreich auch international vertreten hatte, 1961 in die Nationalbank ein, von wo ihn 1970 Finanzminister Androsch als Berater in sein Ministerium holte. 1976 avancierte er zum leitenden Manager der Creditanstalt, wo er 1981 just für seinen ehemaligen Chef den Sessel räumen musste. Er wechselte als Generaldirektor in die Länderbank.

Von dort holte ihn Bundeskanzler Sinowatz im September 1984 als Finanzminister und Nachfolger von Herbert Salcher in sein Kabinett. Nach der Niederlage im Präsidentschaftswahlkampf 1986 trat Sinowatz als Kanzler zurück und nominierte Vranitzky als seinen Nachfolger. Zwei Jahre später übernahm Vranitzky von Sinowatz auch das Amt des Parteivorsitzenden der SPÖ.

Unter Vranitzkys Kanzlerschaft wurde Österreich Mitglied der EU, auch gelangen maßgebliche Schritte zur Aussöhnung mit den Opfern des Nationalsozialismus. Für sein Wirken um eine internationale Verständigung wurde Vranitzky 1995 mit dem Aachener Karlspreis ausgezeichnet. Vranitzky blieb bis zum Januar 1997 im Amt und ist damit nach Eduard Taaffe (1868-1870 und 1879-1893) und Bruno Kreisky (1970-1983) der am drittlängsten amtierende Regierungschef der parlamentarischen Ära in Österreich. In seiner Amtszeit lösten einander nicht weniger als fünf Vizekanzler (Steger, Mock, Riegler, Busek, Schüssel) ab. Nach seinem Ausscheiden aus der Politik hält der Altkanzler sich mit Kommentaren zum aktuellen politischen Geschehen zurück; öffentliche Aufmerksamkeit fand Vranitzky zuletzt am Rande des BAWAG-Prozesses.

Harald Ofner 75

Ein weiterer bekannter Jurist feiert am 25. Oktober seinen 75. Geburtstag. Harald Ofner gehörte seinerzeit als Justizminister der rotblauen Koalition an.

Geboren 1932 in Wien, erlernte er den Beruf eines Starkstrommonteurs, ehe er die Matura nachholte, um ab 1953 Rechtswissenschaften zu studieren. 1958 wurde er zum Dr.iur. promoviert, und nach Jahren als Konzipient in Langenlois und Krems machte er sich 1965 als Rechtsanwalt selbständig.

Ofner zählt zu den Freiheitlichen der ersten Stunde, wenngleich sein politischer Stern erst in den frühen 70er Jahren aufging. 1976 löste er den damaligen F-Landesobmann Rotter Le Beau ab, nachdem ihm im Jahr zuvor ein spektakulärer Wahlsieg in seiner Heimatgemeinde Mödling das Amt des Vizebürgermeisters eingebracht hatte. 1980 trat Ofner gegen den Repräsentanten des liberalen Flügels in der FPÖ, Norbert Steger, im Ringen um die Obmannschaft in der Partei an und verlor, wurde aber, seit Juni 1979 Abgeordneter, Klubobmann-Stellvertreter der damals aus elf Mandataren bestehenden Fraktion.

Nach den Wahlen 1983 zog Harald Ofner als Nachfolger von Christian Broda in das Kabinett Sinowatz ein. Nach dem Ende dieser Koalition wurde Ofner wieder Mitglied des Nationalrats, wo er allmählich in die Rolle eines "elder statesman" hineinwuchs, der in manchen Fragen auch einen von seiner Partei abweichenden Standpunkt einnahm. Seine Erfahrung als Justizminister konnte er auch als Vorsitzender des Justizausschusses einbringen. Verdient machte sich Ofner überdies um die Bundesheer-Beschwerdekommission, als deren Vorsitzender er sich um eine nachhaltige Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Heeresangehörigen einsetzte. Ende 2002 schied Harald Ofner aus der aktiven Politik aus.

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