AK: Biotreibstoffe belasten Klima und Geldbörsel der KonsumentInnen

Wien (OTS) - Weg mit der verpflichtenden Beimischung von Biotreibstoffen zu Benzin und Diesel fordert die AK. "Biotreibstoffe aus Getreide und Ölsaaten helfen nicht gegen den Klimawandel und treiben die Preise in die Höhe", kritisiert AK Expertin Maria Burgstaller. Die AK wurde erst kürzlich durch eine OECD-Studie bestätigt. Letztendlich heißt es für die KonsumentInnen gleich dreimal draufzahlen. "Sie zahlen mehr für Lebensmittel und Treibstoffe und über ihre Steuern wird die Produktion der Biotreibstoffe subventioniert", sagt Burgstaller. Statt in Biotreibstoffe zu investieren, kann das Geld für umweltfreundlichere, effizientere und billigere Maßnahmen eingesetzt werden, die mehr für den Klimaschutz bringen würden, etwa der Ausbau des öffentlichen Verkehrs.

In Zeiten von Dürren und verstärkter Nachfrage nach Lebensmitteln ist es auch aus ökonomischer Sicht völlig unsinnig, Biotreibstoffe zu forcieren. Durch die Herstellung von Biotreibstoffen aus Getreide geht viel Energie drauf, und es schrumpfen die weltweiten Getreidelagerbestände, was wiederum die Preise anheizt.

Schätzungen zur Weltgetreide-Bilanz zeigen für heuer: Der Getreideverbrauch liegt ein Prozent über der Getreideproduktion, obwohl die Produktion um fast sechs Prozent angestiegen ist. Angekurbelt wird der Verbrauch unter anderen durch den Biosprit. "Der immer wieder eingebrachte Einwand, dass für Biosprit derzeit nur zwei Prozent der Weltgetreideproduktion benötigt werden, ist Schönfärberei", sagt Burgstaller, "denn zwei Prozent der Weltgetreideproduktion sind viel und fehlen bei der Getreideproduktion für Lebensmittel."

"Es zeigt sich, wie sensibel der internationale Getreidemarkt auf derartige künstliche Eingriffe reagiert", sagt Burgstaller. Durch die verpflichtende Beimischung von Ethanol zu Benzin steigt nicht nur der Verbrauch an Getreide, der zur Hälfte aus den Getreidelagern entnommen werden muss. Die Politik der verpflichtenden Versprittung hat dafür gesorgt, dass neue Nachfrager am Markt auftreten, die einen gesicherten Absatz für ihre Verarbeitungsprodukte haben und dadurch Rohstoffpreise beeinflussen.

"Statt gleich auf die Auswüchse am Getreidemarkt zu reagieren, will die EU die Ausweitung der Versprittung vorantreiben", kritisiert Burgstaller. Wurden im Jahr 2005 in der EU bloß 2,7 Millionen Tonnen Getreide versprittet, so schätzt die EU-Kommission für die Herstellung von Bioethanol den Getreideverbrauch in der EU auf fünf Millionen Tonnen, als fast eine Verdoppelung. Bis 2010 ist nach den Vorgaben der EU eine Beimischungsquote von 5,75 Prozent zu erreichen. Bis 2020, so der EU-Plan, soll dieser Anteil auf zehn Prozent steigen. Dafür rechnet die EU-Kommission mit einem Verbrauch von 59 Millionen Tonnen Getreide, das sind 18 Prozent des gesamten EU-Getreideverbrauchs.

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