Biokraftstoffe: Mineralölindustrie fordert einheitliches Vorgehen aller Stakeholder

Nächster Schritt im Bereich Biokraftstoffe: Substitutionsverpflichtung von 4,3 % ab Oktober

Wien (OTS) - Ab 1. Oktober 2007 müssen in Österreich 4,3 % der Otto- und Dieseltreibstoffe durch Biotreibstoffe ersetzt werden. Ab diesem Zeitpunkt werden von den Mineralölunternehmen dem Benzin ca. 5% Ethanol beigemischt, was einem jährlichen Österreich-Bedarf von bis zu 100.000 Tonnen entspricht. In Hinblick auf eine mögliche Ausweitung der Nutzung von Biokraftstoffen strebt der Fachverband der Mineralölindustrie im Sinne der Versorgungssicherheit eine gemeinsame europäische Lösung an.

Die Mitgliedsunternehmen des Fachverbands der Mineralölindustrie (FVMI) sind an einer Energie- und Umweltpolitik interessiert, die den globalen und künftigen Herausforderungen der Energieversorgung gerecht wird: "Uns ist es ein Anliegen, realistische energie- und umweltpolitische Ziele und Rahmenbedingungen zu formulieren, an denen sich die Mineralölfirmen mittel- und langfristig orientieren können", erklärt Dr. Christoph Capek, Geschäftsführer des FVMI.

Die Beimischung von Biokraftstoffen und eine entsprechende europäische Normierung für die Kraftstoffe Benzin und Diesel sind aus Sicht des Fachverbandes die effizienteste Art, kurzfristig größere Mengen Biokraftstoffe in Verkehr zu bringen.

Österreich als Vorreiter bei Biokraftstoffen in Europa

In Österreich gibt es bereits seit dem Jahr 2005 eine Substitutionsverpflichtung von 2,5 %, das heißt es müssen 2,5 % der Otto- und Dieseltreibstoffe durch Biotreibstoffe ersetzt werden. Ab 1. Oktober 2007 beträgt die verpflichtende Substitution 4,3 %.
Ab 1.10.2008 sind 5,75 % Biotreibstoffe vorgeschrieben, immer bezogen auf den Energieinhalt. Ziel der Bundesregierung ist es darüber hinaus, dass bis 2010 10 % der fossilen Treibstoffe Benzin und Diesel durch biogene Treibstoffe ersetzt werden. Österreich hat dadurch die indikativen Ziele der EU-Kommission (2 % bis 2005 bzw. 5,75 % bis 2010) vorgezogen und übernimmt eine Vorreiterrolle in Europa.

Laut Schätzung werden im Jahr 2007 in Österreich rund 300.000 Tonnen Biodiesel sowie 28.000 Tonnen Bioethanol über die Beimischung in Verkehr gebracht. Die deutlich geringere Menge an Bioethanol ergibt sich aus der Tatsache, dass die Beimischung von Ethanol zu Benzin erst ab 1. Oktober 2007 beginnen wird, da zu diesem Zeitpunkt ein differenzierter Steuersatz in Kraft tritt.

Neben der Substitutionsverpflichtung von 4,3 % wird ab Oktober 2007 auch die Einführung von Superethanol ein Thema sein. Dieses besteht entsprechend der Jahreszeit aus bis zu 85 % Mineralölsteuer befreitem Bioethanol und 15 % Benzin. Dieses Produkt können nur speziell dafür ausgestattete Fahrzeuge nutzen.

"Nahtlose" Lösungen zur Förderung der Kundenakzeptanz

Die Mineralölfirmen des FVMI setzen den Schwerpunkt auf so genannte "nahtlose" Lösungen". Das heißt, dass für die Kunden keine Investitionen in spezielle Techniken erforderlich sind, um Treibstoffe mit Biokraftstoff-Anteil zu verwenden. Biokomponenten werden in gesamteuropäischer Abstimmung mit den Fahrzeugherstellern den herkömmlichen fossilen Treibstoffen beigemischt. Mit dieser Strategie kann der Bioanteil schneller erhöht, bestehende Infrastruktureinrichtungen genutzt und dadurch eine nachhaltigere Lösung angeboten werden.

Neue Kraftstoffpfade, wie auch auf EU-Ebene derzeit diskutiert, müssen aus Sicht der Mineralölunternehmen allen Kriterien wie Nachhaltigkeit, Kundenakzeptanz und langfristige Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems im europäischen Wettbewerb standhalten.

Über den FVMI

Der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) ist eine bundesweite Fachorganisation im Bereich der Wirtschaftskammer Österreich und als gesetzliche Interessenvertretung Bindeglied zwischen Wirtschaft und Öffentlichkeit. Mitglieder sind österreichische Unternehmen, die Rohöl aufsuchen und fördern (upstream), in Pipelines transportieren (midstream) und in eigenen oder konzernverbundenen Raffinerien verarbeiten sowie Mineralölprodukte vertreiben (downstream).

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