"World Press Photo 07": Weltgeschehen 2006 in drei Räumen

Noch bis 21. Oktober im WestLicht - Katalog liegt auf

Wien (OTS) - Besser man startet in der Sportkategorie rechts vom Eingang, wenn man die World Press Photo-Ausstellung besucht. Und tastet sich dann vorsichtig zu den anderen Kategorien vor. Denn es sind schockierende Bilder, die im Jahr 2006 um die Welt gingen. Brutalität zieht sich beinahe durch alle Siegerarbeiten des weltweit renommiertesten Wettbewerbs für Bildjournalismus.

Es sind hohe Anforderungen, die an ein Pressefoto gestellt werden. So fasst die Jury-Vorsitzende, Michele McNally (Leiterin der Bildredaktion der New York Times), einige Kriterien zusammen, die ihrer Meinung nach ein gutes Pressefoto ausmachen: "Es sollte historisch sein; Zeit und Ort des Ereignis festlegen. Es sollte soziologisch sein, indem es erklärt, was Menschen tun und wie Menschen miteinander umgehen. Es sollte psychologisch und emotional aufgeladen sein. Es sollte außerdem eine ästhetische Komponente haben, damit der Betrachter sich hingezogen fühlt und wissen möchte, welche Geschichte das Bild erzählt."

Qualvolle Szenen

Momentaufnahmen wie etwa von einem kleinen Jungen im Irak, der seiner Großmutter den Mund zuhält, damit diese aufhört, amerikanische Soldaten anzuschreien, die in der Nacht in ihr Haus eingedrungen waren. Oder das Bild einer 9jährigen Prostituierten im Kongo, deren Freundinnen sie zurecht machen.

Bedrückt geht man von Bild zu Bild und hofft, dass dieses unendliche Leid aufhört. Manche der Fotoserien rufen zur Abwechslung keine derart spürbare Übelkeit hervor. Einfach interessant und beeindruckend, sowohl thematisch als auch fotografisch, ist u.a. die Serie der "Zeltlandschaften" in Paris. Im Winter 2005 hatte eine Hilfsorganisation rund 300 Zelte an Obdachlose verteilt, um diese besser sichtbar zu machen und die Regierung zum Handeln zu bewegen.

Beinahe überraschend unschuldig scheint am Ende der Besichtigung das Foto eines Mädchens in Lettland, das auf einem Hügel Blumen für die Mittsommerferien pflückt.

Ausbalancierte Schau

Die diesjährige Jury hat es geschafft, eine ausgleichende Mischung zwischen brutalster Realität und stimmungsvoll anmutender Szenen zu schaffen. Diese hilft dem Besucher nach der Schau mit vielen Eindrücken des Weltgeschehens bereichert die Galerie zu verlassen.

Wissenswertes zur "World Press Photo"-Ausstellung

Die Wanderausstellung "World Press Photo" macht jährlich an über 90 Orten in 40 Ländern Station. Diesen Herbst gastiert die Schau bereits zum sechsten Mal in Folge für sieben Wochen im WestLicht (7., Westbahnstraße 40). Einzelaufnahmen und Fotoserien geben einen Überblick auf das vergangene Jahr. Ereignisse aus den Bereichen Politik, Sport, Kultur, Umwelt und Wissenschaft werden eindringlich beleuchtet.

Die Ausstellung ist Dienstag, Mittwoch und Freitag von 14:00 bis 19:00 Uhr, Donnerstag von 14:00 bis 21:00 Uhr und Samstag, Sonntag sowie an Feiertagen von 11:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 6,50 Euro, für StudentInnen und SeniorInnen 4 Euro. Ein Katalog mit den Siegerarbeiten (ca.160 Seiten) liegt auf. Der Preis beläuft sich auf 28 Euro.

o Weitere Infos auch im Internet unter www.westlicht.com/

(Schluss) red

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