Alarmierende Fakten anlässlich des Welt Hepatitis Tages 2007

Mehr als 500 Millionen Menschen weltweit betroffen

Wien (OTS) - Alarmierende Fakten: Jeder zehnte Weltbürger hat eine Virushepatitis. Weltweit gehören die Spätfolgen von Hepatitis B und Hepatitis C zu den häufigsten Todesursachen.

In einer Studie des Robert-Koch-Instituts liegt das Hepatitis C Virus an zweiter Stelle der gefährlichsten Krankheitserreger - nach dem Influenza-Virus und noch vor HIV.
Beide Hepatitis-Infektionen (Hepatitis B und C) werden auch als "stiller Killer" bezeichnet, denn sie werden häufig nicht entdeckt und können zu Leberzirrhose, Leberkrebs und tödlichem Leberversagen führen. Dabei ist Hepatitis C mit den heute verfügbaren Therapien in vielen Fällen heilbar, Hepatitis B kann medikamentös kontrolliert werden, was das Risiko für einen Leberschaden stark reduziert.

International:

Anlässlich des Welthepatitistages am 1. Oktober 2007 (WHAD) appelliert die Hepatitis Hilfe Österreich daher gemeinsam mit der Europäischen Leberpatienten-Organisation (European Liver Patients Association, ELPA), weltweit das Bewusstsein für die Virushepatitis und ihre dramatischen Folgen zu schärfen und Menschen mit Risikofaktoren zu einem Hepatitis-Test zu ermutigen.

Einige Fakten:

  • 350 - 400 Millionen Menschen sind wahrscheinlich mit dem Hepatitis B Virus infiziert.
  • Hepatitis B ist 100 Mal infektiöser als HIV.
  • Hepatitis B wird durch sämtliche Körperflüssigkeiten übertragen, aber auch durch Blut zu Blut Kontakt.
  • Es gibt sehr effektive Impfungen gegen Hepatitis A und B.
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass mehr als 180 Millionen Menschen weltweit mit dem Hepatitis C Virus infiziert sind.
  • Jeder 5. Mensch weltweit ist dem Risiko einer Infektion mit Hepatitis C ausgesetzt.
  • Es gibt zwar keine Impfung gegen Hepatitis C, aber sehr effektive Therapieformen. Einige Menschen können sogar von dieser ansonst chronischen Krankheit geheilt werden.
  • Hepatitis C wird nur durch Blut zu Blut Kontakt übertragen.
  • Es gibt unzählige Möglichkeiten sich mit dem Hepatitis C Virus zu infizieren und die Infektion kann Jahre zurückliegen; erhaltenen Bluttransfusionen (vor 1990 wurde nicht auf HCV gescreent), unsaubere Drogenbestecke, Tätowieren, Piercen, gemeinsam genutzte Rasierklingen oder Zahnbürsten, o.ä. stellen jeweils ein Infektionsrisiko dar.
  • Ein einfacher Bluttest kann Hepatitis C nachweisen.

Der Welthepatitistag (WHAD) findet in diesem Jahr zum vierten Mal statt - und das bereits in über 44 Ländern. Denn auf globaler und europäischer Ebene hat man die Bedrohung durch diese Lebererkrankung nicht nur erkannt, sondern versucht nun, aufzuklären und zum Hepatitis-Test zu motivieren:
So lautet auch in diesem Jahr die WHAD-Botschaft: "Lass Dich testen!" Menschen in aller Welt sollen ihre persönlichen Risikofaktoren einschätzen und sich gegebenenfalls testen lassen, um Klarheit durch eine Diagnosestellung zu bekommen. www.hepatitisday.info

Mitgetragen werden diese Maßnahmen auch vom European Center for Disease Prevention and Control (ECDC), internationalen Patientengruppen und prominenten Aktivisten wie Sir Bob Geldof und der kürzlich verstorbenen Gründerin von "The Body-Shop", Dame Anita Roddick, die selbst chronisch an Hepatitis C erkrankt war und sich sehr engagiert in den britischen Hepatitis-C-Trust eingebracht hat.

Im Europäischen Parlament findet erstmals eine Podiumsdiskussion zum Thema Hepatitis statt, die von Stephen Hughes (MEP) und der ELPA gemeinsam moderiert wird.
Vorausgegangen war eine Erklärung des Europäischen Parlamentes im Frühjahr dieses Jahres, die dringend empfohlen hat, grenzübergreifende Initiativen zu Hepatitis C innerhalb der EU zu etablieren.

Mehr Information: www.hepatitisday.info

Österreich:

"In Österreich leiden derzeit wahrscheinlich über 200.000 Menschen an einer chronischen Hepatitis B oder C und darüber hinaus wissen viele noch gar nicht, dass sie vielleicht infiziert sein könnten. Viele Menschen haben nach wie vor zu wenig Bewusstsein für das Risiko, dem sie sowohl im Beruf wie auch im Privatleben ausgesetzt sein können. Dabei wäre es recht einfach sich zu schützen, wenn man einmal weiß, wie Hepatitis tatsächlich übertragen wird. Durch entsprechend umfangreiche Aufklärung könnten dabei auch Diskriminierung und Ausgrenzung vermieden werden. Die heutige Jugend zB weiß wenig über HIV und leider fast nichts über Hepatitis B oder C; hier gehört in jedem Fall mehr getan, sowohl von den Schulen, wie auch von verantwortungsbewussten Eltern. Dabei leisten wir gerne entsprechende Unterstützung ", meint Angelika Widhalm, die Vorsitzende der Hepatitis Hilfe Österreich (HHÖ), die seit Jänner 2007 in der Funktion eines leitenden Vorstandsmitgliedes der ELPA auch europaweit tätig ist.
Die umfangreiche Beratungsleistung der HHÖ verbunden mit der offensiven Öffentlichkeitsarbeit der letzten beiden Jahre, sowie die moderne Struktur der Patientenorganisation waren ausschlaggebend für die Aufnahme der HHÖ als Mitglied in die ELPA und letztendlich auch für die Wahl Fr. Widhalms in den Vorstand.

"Trotz vielfältiger Informationsprojekte durch die Patientenorganisation ist der Aufklärungsstand der Bevölkerung noch immer nicht ausreichend. Alarmierend dabei ist die Tatsache, dass viele Mensachen schon vor Jahren infiziert wurden und es aber noch immer nicht wissen. Durch gezielte Screening- und Aufklärungskampagnen könnte die Todesrate deutlich gesenkt werden, da entsprechende Behandlungsformen früher eingesetzt werden könnten. Auch die Heilungschancen wären natürlich wesentlich besser. Chronische Hepatitis B und C gehört in jedem Fall so rasch wie möglich erkannt und behandelt.
Aus Sicht der Patientenorganisation fehlt hier in der Aufklärungsarbeit eine ausreichende Unterstützung durch den Staat." argumentiert Martin Prais, Pressesprecher der HHÖ.

Rühmliche Ausnahme in diesem Zusammenhang ist hier die Wiener Gebietskrankenkasse, die gemeinsam mit der HHÖ seit Jahren den "Infopoint Gesunde Leber" im Kundencenter Gasometer der WGKK betreibt. Ein erfolgreiches Kooperationsprojekt mit europaweiter Beachtung zum Wohle des Patienten.
Auch in Niederösterreich und im Burgenland werden in Kürze Infopoints gemeinsam mit der jeweiligen Gebietskrankenkasse entstehen.

Mehr Information www.gesundeleber.at

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