Oö. Energiewende 2030 würde durch Energie AG-Börsegang 2008 torpediert

Frais: "OÖ verliert Gestaltungsrechte über Landes-Energieversorgung"

Linz (OTS) - "Fehler- und lückenhaft ist Anschobers ‚Energiewendeprogramm Oberösterreich 2030'. Sogar die öffentliche Energie AG baut neue Gas- und Kohlekraftwerke und zeigt damit keine Anzeichen für den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Energieträgern. Außerdem vergisst Anschober bei seinen Programmen regelmäßig auf die Industrie, deren Energiebedarf auf dem derzeitigen Stand der alternativen Energien nicht gedeckt werden kann. Notwendig ist daher eine Technologieoffensive, um alternative Energien auch wirtschaftlich leistbar zu machen - nur dadurch kann die Energiewende langfristig realisiert werden. Der Börsegang der Energie AG schadet dem Energiewendeprogramm in Oberösterreich jedenfalls, weil die EAG nach einem Börsegang ihre Projekte primär nach rein marktwirtschaftlichen und nicht nach ökologischen Motivationen gestalten kann", stellt SP-Klubobmann Dr. Karl Frais fest.

In der aktuellen rechtlichen Struktur hätte das Land Oberösterreich die Möglichkeit als Eigentümervertreter auf die Energie AG einzuwirken, um die Investitionen des Unternehmens gezielt in Richtung alternative Energien zu lenken. Es ist jedoch - so Frais - im Sinne der sozial verträglichen Energieversorgung der Bevölkerung vorrangig ein weiterer Technologieschub bei alternativen Energien anzustreben, um die Stromkosten für die Bevölkerung nicht ausufern zu lassen. "Strom aus Windenergie ist um 40% teurer als herkömmlicher Strom, Strom aus fester Biomasse kostet um fast 200% mehr. Weil diese Preise der Bevölkerung nicht zugemutet werden können, muss mit Nachdruck an einer Technologieoffensive gearbeitet werden", so Frais.

Um Oberösterreich entsprechend den Energiewende-Plänen auf ökologisch verträgliche Art mit Strom versorgen zu können, ist jedenfalls die Donau-Wasserkraft nötig. "Die großen Verbund-Wasserkraftwerke machen etwa die Hälfte der Stromerzeugung in Oberösterreich aus. Es ist jedoch unseriös, wenn diese Energie ohne entsprechende rechtliche Grundlage für das oberösterreichische Energiewendeprogramm beansprucht wird. Schließlich weiß auch Anschober, dass er den Verbund nicht verpflichten kann, den Wasserkraft-Strom an die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher zu verkaufen", betont Frais.

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