Gesunder Arbeitsplatz: Frauen im Öffentlichen Dienst NÖ kämpfen

Resolution fordert check aller Gesetze auf Beamten-Gesundheit

St.Pölten (OTS) - Zunehmende gesundheitliche Probleme insbesondere der weiblichen öffentlich Bediensteten am Arbeitsplatz, Ursachenforschung und geeignete Gegenmaßnahmen standen im Mittelpunkt der Tagung der Frauen in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst Niederösterreich am Mittwoch in St. Pölten unter dem Motto "Fair play" - positive Strategien für einen gesunden Arbeitsplatz. In einer von den ca. 250 Personalvertretinnen und Betriebsrätinnen einstimmig beschlossenen Resolution wird die zuständige Ministerin Kdolsky aufgefordert, "alle Gesetze und Verordnungen... nicht nur in Richtung Effizienz und Wirtschaftlichkeit, sonder auch in Richtung Gesundheit/ Gesunderhaltung der Bediensteten zu prüfen". Dabei gehe es nicht nur um die körperliche, sondern auch um die psychische Gesundheit. Kritisiert wird, dass trotz steigender Belastung viele Planposten nicht nachbesetzt würden anstatt zusätzliche geschaffen. Unter den in der Resolution geforderten fünf Maßnahmen befinden sich der "umgehende Einsatz von Ersatzkräften bei krankheitsbedingten Ausfällen..." und mehr "gezielte Maßnahmen am Arbeitsplatz, welche die körperliche und seelische Gesundheit der Bediensteten erhalte und fördern".

"Nicht nur wir öffentlich Bediensteten profitieren von unserer Gesundhit, sondern alle, die den Öffentlichen Dienst benötigen - von den Kindern im Kindergarten angefangen, über die Patienten in Krankenhäusern bis zu den Bürgern, die in Ämter gehen", betonte GÖD NÖ-Frauenvorsitzende Josefas Pointner. Sie forderte einen "humanen Arbeitsplatz, wo noch Zeit für Lob und Anerkennung der Mitarbeiter und auch Zeit zum Verschnaufen ist." Der Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst NÖ, Bundesrat Alfred Schöls, sicherte den Frauen die volle Unterstützung ihrer Forderungen zu:
"Das Thema soll nicht nur diskutiert werden, es müssen unbedingt Maßnahmen folgen. Visionen muss man umsetzen!"

Staatssekretärin Marek: Mehr Vereinbarkeit Familie - Beruf

Welchen - finanziellen - Stellenwert die Gesundheit am Arbeitsplatz hat, machte Staatssekretärin Christine Marek deutlich:
Arbeitsausfälle durch Leistungsunfähigkeit und Überbelastung am Arbeitsplatz kosteten die Betriebe alljährlich nicht weniger als zwei Milliarden Euro. In diesem Zusammenhang erwähnte sie auch Aktivitäten der EU-Kommission zur Verringerung von Arbeitskrankheiten und -unfällen. Man müsse sich am Arbeitsplatz nicht zuletzt deshalb wohl fühlen, weil man die meiste Zeit des Tages dort verbringt, argumentierte Marek. Weil "Familienarbeit größtenteils Frauenarbeit ist", müsse durch entsprechende Rahmenbedingungen vermehrt auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf abgezielt werden.

Perner: E-mail ersetzt nicht Mensch-zu-Mensch-Kommunikation

"Wenn wir elektronisch arbeiten, dann müssen wir auch Zeit finden zum miteinander Reden, zum Teamgespräch", sagte Prof. Mag. Dr. Rotraud Perner, denn "ein E-mail ersetzt nicht die Mensch-zu-Mensch-Kommunikation!" Perner warnte vor falscher Zurückhaltung: "Wir haben oft Scheu zu sagen, dass es uns nicht gut geht, weil wir Angst haben, dann als Versagerinnen zu gelten." Akklamierter Appell Perners: "Entwickeln Sie ihre eigenen Modelle der Menschlichkeit!". (schluss)

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