"Missbrauch der Ladezonen ein österreichweites Problem"

Transporteure fordern verstärkte Überwachung der bestehenden Ladezonen - Herzer zur Situation der Branche: "Den Unternehmern laufen die Kosten davon"

Wien (PWK710) - Durch Pkw verparkte Ladezonen sind in allen großen Städten Österreichs ein vertrautes Bild. Für den Wirtschaftsverkehr ist dies ein zunehmend teures und zeitraubendes Problem. Den Lkw-Lenkern wird es oft schwer bis unmöglich gemacht, die bestellten Güter rechtzeitig zuzustellen.

Der Fachverband Güterbeförderung in der Wirtschaftskammer Österreich fordert daher eine verstärkte Überwachung der bestehenden Ladezonen und gegebenenfalls eine Ausdehnung dieser Zonen entsprechend den Bedürfnissen der regionalen Wirtschaft. Auch sollte eine legale Möglichkeit geschaffen werden, in zweiter Spur zu entladen, solange der Fließverkehr dadurch nicht behindert wird, erklärte der stv. Obmann des Fachverbandes, Wolfgang Herzer, heute, Donnerstag, in einem Pressegespräch.

In den Fachgruppen aller Bundesländer laufen Bemühungen, die Öffentlichkeit für diese Problematik zu sensibilisieren. Eine erste Aktion wurde bereits von der Wirtschaftskammer Wien gestartet: Lenker von in Ladezonen geparkten Pkw werden mit einer "Gelben Karte" höflich darauf hingewiesen, dass sie mit diesem Vorgehen dem Wirtschaftsverkehr den notwendigen Parkraum wegnehmen.

Wie Herzer zum aktuellen Thema "Biodiesel" berichtete, finden sich immer mehr Fuhrparkunternehmer, die bereit sind, biogene Kraftstoffe einzusetzen. Vorreiter sei hier die Steiermark. Auch in anderen Bundesländern würden immer öfter alternative Kraftstoffe als Ersatz für fossile Brennstoffe verwendet. In seinem Unternehmen (Herzer Bau-und Transport Gmbh, Wien) wurde der Fuhrpark von 100 Lkw und 25 Baumaschinen im Februar d. J. auf Biodiesel (Altspeisefette) umgestellt. Damit konnten, so Herzer, 3,5 Millionen Liter fossiler Diesel pro Jahr eingespart werden. Umweltexperten haben daraus eine CO2-Einsparung von rund 10.000 Tonnen pro Jahr errechnet.

Eine bundesweite Förderung zum Umstieg auf besonders umweltfreundliche EURO 5-Fahrzeuge gibt es in Österreich nicht. Einige Bundesländer haben sich zu punktuellen und zeitlich begrenzten Förderungen (zwischen 1.200 und 3.000 Euro) entschlossen. In Deutschland gibt es hingegen eine bundesweite Förderung, die 2.200 bis 4.500 Euro beträgt. Zusätzlich gibt es in Deutschland noch einschlägige Kreditförderungen, merkte Herzer an.

Die Arbeitszeitregelungen werden durch Vorgaben der EU zunehmend restriktiver. Die mögliche wöchentliche Arbeitszeit des Fahrpersonals reduziert sich durch Halbierung des Durchrechnungszeitraums (von zwölf auf sechs Monate) von bisher durchschnittlich 55 auf 48 Stunden pro Woche. Diese Veränderung hat für den Straßengüterverkehr einschneidende Folgen, da der Personalbedarf je Fahrzeug deutlich steigt, erklärte Fachverbandsgeschäftsführer Rudolf Bauer. Neben erhöhten Gesamtkosten sei eine weiter zunehmende Knappheit an qualifiziertem Fahrpersonal zu befürchten.

Aus Sicht der Transportunternehmen führt eine zu erwartende Erhöhung der Stundenlöhne oder auch des Personalstandes naturgemäß zu einer deutlich stärkeren Kostenbelastung. Aufgrund der geringen Margen im Straßengüterverkehr können die Unternehmen die Zusatzkosten jedoch nicht selbst tragen. "Den Unternehmern laufen die Kosten davon", hält Herzer mit Nachdruck fest: "Jede neue Zusatzbelastung muss im Markt untergebracht werden. Wir sind daher gezwungen, die Belastungen in der Wertschöpfungskette weiterzugeben". (hp)

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