Zukunft Gesundheit: WKÖ beleuchtet Trends, Neuentwicklungen und Chancen in den USA

Gleitsmann: Unternehmen haben entscheidende Rolle beim Reformprozess des Gesundheitswesens - nur Wettbewerb führe zu Innovation im Gesundheitswesen

Wien (PWK709) - Eine der größten Zukunftsentwicklungen für die Wirtschaft weltweit wird im Gesundheitssektor erwartet. In diesem Zusammenhang hat die Außenwirtschaft Österreich (AWO) und ihre Außenhandelsstelle New York im Rahmen der Internationalisierungsoffensive "go international" von WKÖ und BMWA mit dem Fachverband der privaten Gesundheitsbetriebe eine "Zukunftsreise zu den Highlights wissenschaftlicher Erkenntnisse im Gesundheitsmanagement und der Medizintechnik" in den USA organisiert.

"Gerade auf diesen Gebieten sind die USA weltweit Markt-, Innovations- und Technologieführer, wenn auch das US-System mit 47 Millionen Amerikanern ohne Krankenversicherung insgesamt für uns nicht vorbildlich sein kann", sagt Christian Kesberg, österreichischer Handelsdelegierter in New York. Dem entsprechend ist die Neuordnung des US-Gesundheitssystems ein Hauptthema des bevorstehenden US-Wahlkampfes. Ein Höhepunkt der "Zukunftsreise", an der neben Spitalsmanagern und -betreibern, Vertretern der IT-, Versicherungs- und Pharmabranche auch die Bundesministerin für Gesundheit, Familie und Jugend Kdolsky teilnahm, war ein Vortrag von Prof. Michael Porter von der Harvard Business School, dessen kritischer Befund lautete: " Die Medizintechnologie des 21. Jahrhunderts wird mit Organisationsstrukturen, Management und Honorarmodellen des 19. Jahrhunderts erbracht." Nur Wettbewerb führe zu Innovation im Gesundheitswesen, es komme aber auf guten Wettbewerb an, der die Ergebnisse für die Patienten verbessere. Diese Ergebnisse müssen generell gemessen und berichtet werden. Julian Hadschieff, Obmann des Fachverbandes der privaten Gesundheitsbetriebe sieht darin die erfolgreichen Bemühungen um die Qualitätsführerschaft der privaten Gesundheitsbetriebe bestätigt. Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit in der WKÖ, unterstützt die Forderung Porters uneingeschränkt, wonach neben der Prozessqualität im Gesundheitswesen ein wesentlicher Schwerpunkt auf die Ergebnisqualität zu legen ist. "Auch die Unternehmen haben hier eine entscheidende Rolle, den Reformprozess voranzutreiben, sind sie doch als die größten Zahler im System und Interessenten an möglichst kurzen Fehlzeiten von Dienstnehmern besonders betroffen", so Gleitsmann.

Faszinierend verlief auch ein Besuch am Massachusetts Institute of Technology (MIT), wo man beispielsweise in einem Age Lab an einer globalen Partnerschaft arbeitet, um neue Ideen für eine alternde Bevölkerung zu entwickeln und damit die Lebensqualität für Ältere zu verbessern. Der zuständige Direktor Joseph Coughlin dazu: "Bereits im Jahr 2050 wird es weltweit mehr über 60-jährige als Kinder geben, in Europa doppelt so viele. Ist schon heute das am schnellsten wachsende Segment der Internetuser jenes der 50+, so werden wir bald mit in Handys integrierten Biosensoren und Heimmonitoring zur Begleitung des Gesundheitszustandes konfrontiert sein." Ein Besuch in einem Callcenter für Disease Management zeigte auf, dass neue Zugänge im Versichertenservice die Qualität im Gesundheitswesen und die Patientenzufriedenheit wesentlich erhöhen können.

Für die Außenwirtschaft Österreich (AWO) wird die Unterstützung österreichischer Unternehmen im internationalen Know-how-Transfer ein zunehmend wichtiges Geschäftsfeld. "Internationales Know-how dort abzuholen, wo es bereit steht und eigenes Wissen als Ware zu erkennen und zu vermarkten, bestimmt zunehmend den Erfolg von Unternehmen", sagt Kesberg und verspricht für die Zukunft mehr Zukunftsreisen. (BS)

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