Marek zum Welttourismustag: Tourismus ist Türöffner für Frauen

Frauenanteil an obersten Führungsebenen im Tourismus am höchsten

Wien (OTS/BMWA) - Zwei Drittel der Beschäftigten in der Tourismusbranche sind Frauen, erklärte heute Staatssekretärin Christine Marek anlässlich des Welttourismustages der heuer unter dem Motto: "Tourismus - Türöffner für Frauen" steht. Auch liege im Tourismus der Frauenanteil an obersten Führungsebenen mit 30 Prozent am höchsten (Gewerbe: 20 %, Handel: 14 %). Im mittleren Management betrage der Anteil sogar 49 Prozent. Erfreut zeigte sich die Staatssekretärin auch, dass 43 Prozent der betrieblichen Neugründungen im Tourismus durch Frauen erfolgen. Das Vorurteil, dass Frauen im Tourismus nur niedrig qualifizierte Jobs offen stehen, könne damit zumindest für Österreich ausgeräumt werden.

Dennoch dürfe man auch die Nachteile der Branche für Frauen nicht verschweigen, so Marek. Der saisonale Charakter und die damit verbundenen unregelmäßigen Arbeitszeiten, die von Frauen entsprechende zeitliche Flexibilität sowie örtliche Mobilität einfordert, erschwere vor allem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. "Hier sind neben den politisch Verantwortlichen auch die Unternehmerinnen und Unternehmer gefragt, praktikable Lösungsansätze im Hinblick auf Ganzjahrestourismus und Kinderbetreuungsmöglichkeiten zu präsentieren und umzusetzen, um mehr Frauen eine Karriere im Tourismus zu ermöglichen", so Marek.

Frauen seien für den Tourismus auch als Kundinnen zu "Türöffnern" geworden. Sie verfügen über immer mehr Geld, welches sie für Reiseaktivitäten ausgeben. Auch der Tatsache, dass Frauen "anders" reisen - bewusster und dienstleistungsorientierter - sollte seitens der Tourismuswirtschaft Rechnung getragen werden. Die "Archetypen" weiblicher Touristen reichen von der erlebnishungrigen Reisenden, über die "Ökospiritistin" und der neuen Hausfrau bis zur modernen Amazone - die jede für sich, ein auf ihre Bedürfnisse abgestimmtes Reiseangebot erwarten.

Die Zunahme des weltweiten Tourismus stelle auch für Frauen in Schwellen- und Entwicklungsländern eine enorme Chance dar, ihre wirtschaftliche und soziale Situation zu verbessern, so Marek weiter. Allzu häufig stehe ihnen aufgrund kulturell bedingter, großer Bildungsmängel nur der Zugang zu niedrig qualifizierten und schlecht bezahlten Jobs offen, die sie an den Rand der Legalität und Menschenwürde drängen können. "Aufklärung und Sensibilisierung der westlichen Touristinnen und Touristen über auftretende Missstände und die Situation der Frauen und Mädchen in den so genannten 'Urlaubsparadiesen' sehe ich daher als vorrangige Aufgabe der Industrieländer, damit sämtliche Formen der Ausbeutung von Frauen und Mädchen auf breiter Basis zunehmend geächtet werden", so Marek abschließend.

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