Kyoto: Wo bleibt die Sanierungsoffensive?

Oberwaltersdorf (OTS) - Die heimische Bauwirtschaft boomt, dennoch bleibt der Absatz von Dämmstoffplatten seit dem Frühjahr 2007 hinter den Erwartungen zurück. Die GPH fordert daher eine massive Anhebung der Wohnbaufördermittel für thermische Sanierung. Denn nur 10 Prozent der jährlichen Förderungen fließen in diesen Bereich.

Österreichs Baukonjunktur läuft auf Hochtouren: Laut Statistik Austria legte der Bauproduktionswert im Hochbau allein zwischen Jänner und April 2007 um 22,4 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres zu. Der erwartete Absatz von EPS-Dämmplatten liegt allerdings unter den Erwartungen. Das ist das Ergebnis einer Ende September von der Güteschutzgemeinschaft Polystyrol-Hartschaum (GPH) durchgeführten Mitgliederbefragung.

"Wenn man sich den Informations-Hype zum Thema Klimawandel und CO2-Einsparung zu Jahresbeginn in Erinnerung ruft, ist es unvorstellbar, dass die erwarteten Mengen für das Jahr 2007 bisher nicht erreicht wurden. Offensichtlich haben die Kassandrarufe zu wenig bei den Entscheidungsträgern bewirkt," sucht Mag. Roland Hebbel, Obmann der Güteschutzgemeinschaft Polystyrol-Hartschaum, nach Erklärungen für das Ausbleiben der Sanierungsoffensive im heimischen Wohnbau.

Sanierungsoffensive gegen Klimawandel: Wohnbauförderung deutlich günstiger als Emissionszertifikate

Das Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen (IIBW) analysierte die komplexen Zusammenhänge zwischen den globalen Mechanismen zur Erreichung der Klimaziele und der thermischen Wohnhaussanierung in Österreich. Demzufolge flossen in den letzten 10 Jahren in Österreich jährlich rund 500 Millionen Euro an Wohnbauförderungsmittel in die Sanierung von Wohngebäuden. Im Schnitt wurden Maßnahmen für die thermische Sanierung allerdings nur mit ca. 55 Millionen Euro pro Jahr durch die Bundesländer gefördert. Die ermittelten Kosten pro Tonne CO2-Reduktion liegen bei der thermischen Sanierung - unter Berücksichtigung der Darlehensrückflüsse - mit 8 Euro pro Jahr deutlich unter den zukünftig gehandelten Emissionszertifikaten, die zwischen 10 und 40 Euro je Tonne CO2 kalkuliert werden. "Die Wohnbauförderung ist ein hocheffizientes Instrument zur Umsetzung von Politikzielen. Im Gegensatz zum Ankauf von Emissionszertifikaten sind bauliche Maßnahmen voll inlandswirksam und geben somit einen Impuls für die gesamte Wirtschaft. Die derzeit für die Wohnbauförderung zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel sind jedoch viel zu gering, um die Sanierungsrate von derzeit 1,5 Prozent p.a. auf mittelfristig 5 Prozent zu steigern, zumal die Zweckzuschüsse seit 10 Jahren gedeckelt sind. Und das, obwohl seit 1996 das Preisniveau um mehr als 20 Prozent und das BIP nominell sogar um über 40 Prozent gestiegen sind," so IIBW Geschäftsführer Dr. Wolfgang Amann.

Thermische Sanierung ist günstigste Art der CO2-Reduktion

Das Beratungsunternehmen McKinsey hat in seiner Studie "A cost curve for greenhouse gas reduction" die Kosten und Potenziale aller bekannten Umweltschutztechniken weltweit prognostiziert. Die thermische Sanierung von Gebäuden wird demzufolge auch im Jahr 2020 immer noch die günstigste Art des Klimaschutzes sein. Dämmung von Gebäuden bringt dem Investor sogar 150 Euro pro eingesparter Tonne CO2.

Der Sanierungsbedarf in Österreich ist nach wie vor gewaltig: Eine maximale Energieeinsparung ist bei den 718.000 Eigenheimen der Nachkriegsbauten von 1945 bis 1980 zu erreichen. "Bis 2020 ließe sich hier mit einer thermischen Sanierungsoffensive eine 70-prozentige Energieeinsparung erzielen," so Mag. Hebbel.

Doppelstrategie im Wohnbau notwendig: Neubau forcieren

Verstärkte Investitionen sind für die Erreichung des Kyoto-Zieles bzw. des EU-Klimapaketes auch im Neubau unabdingbar. "Laut WIFO werden im Jahr 2050 mehr als 9 Millionen Menschen in Österreich leben. Das erfordert pro Jahr rund 55.000 neue Wohnungen", daher schließt sich GPH-Obmann Hebbel der seitens ARGE BAU!Massiv! kürzlich gestellten Forderung an, "die Wohnbauförderung um rund 1 Milliarde Euro pro Jahr anzuheben", dabei aber auch die Fördermittel für die thermische Sanierung im Auge zu behalten.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Clemens Demacsek
G.P.H. Güteschutzgemeinschaft
Polystyrol-Hartschaum
Brückenstraße 3, A-2522 Oberwaltersdorf
Tel.: 02253 / 7277, Fax: 02253 / 7277-4
E-Mail: gph@gph.at
Internet: www.styropor.at

Aussender GPH Pressestelle:
freecomm.wien.graz,
Jörg Schaden,
1180 Wien, Sternwartestraße 82,
Email: office@freecomm.cc
Tel. +43-1-47 850 14,
Fax: +43-1-47 850 14-12,
Mobil: +43-676-624 17 85

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0002