Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband Wien (SWV): Neue Wege in der Lehrlingsausbildung

Matznetter fordert Lehrlingsfonds und mehr Durchlässigkeit in der Ausbildung

Wien (OTS) - 70.000 SchülerInnen haben heuer mit der Pflichtschule begonnen und 80.000 haben sie 2007 beendet. "Die Lücke, die zwischen diesen Zahlen klafft, zeigt sehr deutlich, dass wir in 8-10 Jahren ein massives Lehrlings- und in Folge auch FacharbeiterInnenproblem haben werden. Es muss uns gelingen, der Lehre ein neues Image zu geben. Die Lehre ist erst der Beginn der Ausbildung und nicht dessen Ende. Mit Neigung und Willen muss es einem Lehrling künftig leicht möglich sein, einen Universitätsabschluss zu erreichen. Die Durchlässigkeit der Ausbildung muss in beiden Richtungen künftig viel besser gegeben sein", fordert Finanzsstaatsekretär Dr. Christoph Matznetter, Präsident des SWV anlässlich seiner heutigen Pressekonferenz gemeinsam mit KR Leopold Sever, Präsident des SWV Kärnten und Helmut Manzenreiter, Bürgermeister der Stadt Villach.

Modell Kärnten

Seit 2006 gibt es in Kärnten den Versuch Lehre mit Matura anzubieten. "Das ist aus meiner Sicht der einzige Weg, um das Image der Facharbeitskräfteausbildung anzuheben und gleichzeitig den FacharbeiterInnen die beste schulische Ausbildung mitzugeben. Derzeit sind 18 Prozent der Lehrlinge den Anforderungen einer Lehrausbildung nicht gewachsen und 10 Prozent der Lehrlinge sind IntegrationsschülerInnen", betont KR Leopold Sever, Präsident des SWV Kärnten und Berufschuldirektor über das teilweise schlechte Bildungsniveau der Lehrlinge.

SWV für gemeinsame Mittelschule

Schuld daran ist - aus Sicht des SWV - die viel zu frühe Selektion der SchülerInnen in Hauptschule und AHS sowie fehlende flächendeckende Frühförderung in den Kindergärten. "Die Pisa-Studie belegt unsere Kritik. Wir schlagen vor, dass die SchülerInnen verschiedener Regionen getestet werden sollen, um so noch eindeutigere Informationen über ein notwendiges Bildungsangebot zu erhalten. Aus unserer Sicht müssen Bundeministerin Claudia Schmied und ihre bildungspolitischen Vorschläge unterstützt werden, aber leider sind da Teile der Bundes-ÖVP hier immer noch blockierend unterwegs", so Matznetter.

SWV fordert Lehrlingsfonds

Die Lehrlingsausbildung erfolgt zu einem überwiegenden Anteil in den Klein- und Mittelbetrieben (KMU). "Problematisch ist, dass gerade die KMU unter einem enormen Druck stehen. Lehrlinge auszubilden kostet Zeit und Geld. Immer öfter sind KMU damit konfrontiert, dass ihnen die Fachkräfte, die sie ausgebildet haben, von Großbetrieben abgeworben werden, die selbst nichtmehr ausbilden. Aus unserer Sicht, wird man nicht daran vorbei kommen können, einen finanziellen Ausgleich für die ausbildenden Betriebe zu schaffen. Konkret meine ich damit die Einführung eines Lehrlingsfonds, durch den ausbildende Betriebe eine finanzielle Unterstützung erhalten. Sonst sehe ich die Gefahr, dass wir in Österreich künftig durch den Fachkräftemangel Wettbewerbsnachteil haben werden", so Matznetter.

Villach investiert in Lehrausbildung

Die Stadt Villach investiert in seine Lehrlinge. "Wir fördern Lehrwerkstätten, investieren in die Anschaffung von Maschinen für die Lehrlingsausbildung und auch die Stadt selbst bildet Lehrlinge aus. Das ist für uns nicht nur ein Akt der Solidarität, sondern eine Investition in den Wirtschaftsstandort Villach", versichert Helmut Manzenreiter, Bürgermeister der Stadt Villach.

Einig waren sich Matznetter, Sever und Manzenreiter, dass Lehrlinge und FacharbeiterInnen ein wichtiges Kapital der österreichischen Wirtschaft sind. "Ohne gut ausgebildete Menschen, die in unserem Land arbeiten, wird Österreich in Zukunft nicht wettbewerbsfähig sein. Daher wollen wir SozialdemokratInnen alles tun, um der Wirtschaft, den Lehrlingen und den FacharbeiterInnen in Zukunft eine faire Chance zu geben", schloss Matznetter.

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