Meidlinger: Öffentliche Dienste haben unser Leben und die Welt verbessert

Zweiter Bericht von der Eröffnung des 28. IÖD-Weltkongresses

Wien (GdG/ÖGB) - "Nicht der Markt darf den Staat diktieren!
Politik und Staat müssen den Markt regulieren und faire Spielregeln für alle aufstellen!" Das erklärte heute, Montag, der Vorsitzende der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG), Christian Meidlinger anlässlich der Eröffnung des 28. Weltkongresses der Internationale Öffentlicher Dienste (IÖD) im Wiener Messezentrum.++++

"Stopp dem Standortwettbewerb! Qualität im Öffentlichen Dienst für alle!", forderte Meidlinger und unterstrich die Rolle der Gewerkschaften als wichtiger, unverzichtbarer Bestandteil einer demokratischen Gesellschaft.

Immer neue Vorschläge würden präsentiert, um die von den Gewerkschaften mühevoll erkämpften Rechte aufzuweichen und abzuschaffen. "Aber selbst wenn in Europa wieder 50, 60 Stunden gearbeitet werden, wird es weltweit Standorte geben, wo mehr und billiger gearbeitet wird. Es wird immer einen Standort geben der niedrigere Standards bietet", erklärte der GdG-Vorsitzende.

Eine klare Absage erteilte Meidlinger jenen KritikerInnen, die Gewerkschaftsarbeit als überholt betrachten und voll auf die Kräfte des freien Marktes vertrauen wollen: "Viele Delegierte kommen aus Europa und wir erleben, dass die erreichten Werte selbst auf diesem, nach außen hin gesetzlich geregelten Kontinent, täglich neu erkämpft und verteidigt werden müssen. Gerade in unseren Zeiten erleben wir unter den Bedingungen einer gnadenlosen geldwertorientierten Philosophie des steigenden Aktienwertes gegenüber dem gleichzeitig sinkenden Menschenwert!"

Öffentliche Dienste seien heute nötiger denn je. "Wenn wir die Geschichte der Öffentlichen Dienste betrachten, sehen wir, dass sie das Leben der Menschen entscheidend verbessert haben", sagte Meidlinger. Gleichzeitig hat die Privatisierung dieser Dienste gezeigt, dass sie das Leben der Menschen nicht verbessern konnte, oftmals sogar signifikant verschlechterte. Qualitätseinbußen, Preissteigerungen, ein erschwerter Zugang für sozial Schwache, Lohnsenkungen und Entlassungen stehen an der Tagesordnung.

"Wir haben in einigen Teilen Europas ein gutes und sicheres System, welches aber nur dann funktioniert, wenn es täglich gefordert, erkämpft und verteidigt wird. Soziale Sicherheit ist die verlässlichste
Grundlage der Demokratie! Eine Schlüsselrolle bei der Erbringung dieser Dienstleistungen des Gemeinwohls kommt uns, den öffentlich Bediensteten zu - wir sind ein Garant dafür", schloss Meidlinger.

Informationen und Unterlagen stehen im Internet unter www.psi100.org bereit.

ÖGB, 24. September 2007 Nr. 549

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