"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Kein Ende im Rettungskrieg" (Von Mario Zenhäusern)

Ausgabe vom 24. September 2007

INNSBRUCK (OTS) - Der Rettungsstreit im Tirol Unterland spitzt
sich zu. Rotes Kreuz und Samariterbund blockieren sich nur noch gegenseitig. Wenn nicht bald etwas passiert, steht irgendwann die erste Gemeinde ohne gültigen Vertrag da.

Die meisten Bürgermeister sind mit der Situation hoffnungslos überfordert. Sie sind nach den Preisschlachten, die sich beide Rettungsorganisationen seit Jahren liefern, nicht oder nur mehr schwer in der Lage, objektiv zu entscheiden.

Derzeit liegt die Kompetenz für das Rettungswesen in den Händen der Gemeinden. Jede für sich kann Verträge mit dem einen oder anderen Anbieter abschließen. Es liegt auf der Hand, dass dabei jene Organisationen zum Zug kommen, die ihre Leistungen am günstigsten anbieten. Es ist jetzt schon so, dass Rotes Kreuz und Samariterbund mit Dumping-Angeboten um Aufträge kämpfen. Interessant sind da in erster Linie Ballungsräume, während "unrentablen", weil schwächer besiedelten Landstrichen die Unterversorgung droht.

Die Lösung des Problems, dessen sind sich alle Beteiligten einig, kann nur eine Ausschreibung des Rettungswesens für das ganze Land Tirol sein. Obwohl das bekannt ist, schweigt die für das Rettungswesen zuständige Gesundheitsreferentin, LHStv. Elisabeth Zanon. Anstatt eine klare Entscheidung zu treffen, versteckt sie sich hinter einem neuen Rettungsgesetz, das erst in seinen Ansätzen vorhanden ist, also frühestens im Zuge der nächsten Legislaturperiode beschlossen wird. So lange können die betroffenen Gemeindechefs vor allem im Bezirk Kufstein aber nicht warten.

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