Neues Volksblatt: "Schöne Worte" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 21. September 2007

Linz (OTS) - Bis zum Jahr 2050 könnte es in Österreich rund eine Million pflegebedürftige Menschen geben. "Das ist aber nichts, wovor man sich fürchten muss. Man muss die Herausforderung nur rechtzeitig erkennen und sich ihr stellen." Schöne Worte, die Sozialminister Erwin Buchinger gestern von sich gab. Nur, mit Verlaub, es wäre höchste Zeit, Taten zu sehen - abseits medial schön zu bebildernder Motorrad- und Friseurtermine. Da ist vom Kreisky-Fan im Sozialministerium bisher wenig bis nichts gekommen. Wo bleiben etwa die Konzepte, die zu Recht beklagte Zersplitterung im Pflege- und Betreuungsbereich sinnvoll aufzulösen? Wenn man bedenkt, dass die SPÖ im Wahlkampf noch den "Pflegenotstand" ausgerufen hat, ist es mehr als verwunderlich, wie viel Zeit sich ihr nun zuständiges Regierungsmitglied mit Maßnahmen lässt. Die bisher gefundenen Lösungen zur Betreuung rund um die Uhr sind im gesamten Problemkomplex ja gerade einmal ein erster Schritt. Vom Wissen, dass der Betreuungsbedarf weiter steigt zu Maßnahmen von der Qualitätssicherung bis zur Finanzierung ist es ein steiniger Weg. Mit schönen Worten lässt er sich nicht bewältigen.

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