Demenz und Pflege: "Kein Tsunami, aber die Flut steigt unaufhaltsam."

Rotes Kreuz erinnert an Versprechen im Regierungsprogramm

Wien (Rotes Kreuz) - Aus Anlass des morgigen Welt-Alzheimertages erneuert das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) seine Forderung nach einer verbesserten Pflegegeldeinstufung für Menschen mit Demenzerkrankungen sowie nach bedarfsgerechten Pflege- und Betreuungsmodellen.

"Die derzeit übliche Einstufung in die Pflegegeldstufe 2 entspricht nicht dem tatsächlichen Pflege- und Betreuungsbedarf", sagt der stellvertretende Generalsekretär des ÖRK, Dr. Werner Kerschbaum. Durch den Krankheitsverlauf und die Besonderheit der Erkrankung sei eine dauernde Beaufsichtigung schon ab dem Anfangsstadium notwendig. Die Leidtragenden der mangelhaften Pflegegeldeinstufung wären auch die pflegenden Angehörigen - laut Kerschbaum ohnehin schon "der größte Pflegedienst Österreichs. Ohne sie wäre das gesamte Pflege-und Betreuungssystem weder organisierbar noch finanzierbar."

Gleichzeitig erinnert der Generalsekretär an die im Regierungsprogramm angekündigte "intelligent differenzierte Versorgungslandschaft" im Bereich Pflege und Betreuung. Dass die organisierten Angebote derzeit keineswegs in der Lage sind, den tatsächlichen Pflege- und Versorgungsbedarf zu decken, gelte auch für Menschen mit Demenzerkrankungen.

"Das ist noch kein Notstand", so Kerschbaum, "aber es ist eine Krise, die angesichts der demografischen Entwicklung zu einem Notstand werden wird." Die demografische Alterung in Europa wäre "kein Tsunami, eher ein Gezeitenwechsel", so der Rotkreuz-Generalsekretär. "Aber die Flut steigt unaufhaltsam."

Mittelfristig steht für das ÖRK daher nach wie vor die Notwendigkeit eines Gesamtkonzepts für die Pflege und Betreuung im Vordergrund. Sie müsse "auch einen massiven Ausbau der mobilen Pflege- und Betreuungsdienste sowie die Umsetzung von innovativen Wohnformen für Menschen mit Demenzerkrankung beinhalten", fordert Kerschbaum.

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