FSG-Vondrasek: Echte Verbesserung statt halber Sachen bei Reform des Kindergelds

"Hätte mir von ehemaliger Gewerkschafterin Eintreten für ArbeitnehmerInnen erwartet"

Wien (FSG/vida) - "Die Regierung muss die zwei Wochen bis zur Beschlussfassung der Kindergeldreform im Ministerrat nutzen, um die bestmögliche Regelung für die Familien zu schaffen. Dazu gehört die Einführung der Arbeitszeitgrenze ebenso wie die Zulassung der größtmöglichen Flexibilität bei der Bezugsdauer", sagt FSG- und vida-Frauenvorsitzende Elisabeth Vondrasek. Enttäuscht ist Vondrasek von der Blockadepolitik der Familienministerin. "Von der Ministerin -als ehemaliger Gewerkschafterin - hätte ich mir erwartet, dass sie die Anliegen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kennt und ihre Augen nicht vor den Anforderungen der Arbeitswelt verschließt", sagt Vondrasek. ++++

In einer gemeinsamen Stellungnahme zum Kindergeld haben die Sozialpartner die Einführung von vier verschiedenen Modellen der Bezugsdauer gefordert - im Entwurf der Familienministerin ist nur die Wahlmöglichkeit zwischen der aktuellen Bezugsdauer von 30 + 6 Monaten und dem Bezug von 15 + 3 Monaten vorgesehen. "Ich verstehe nicht, warum sich die Ministerin gegen eine weitere Flexibilisierung, wie wir sie fordern, sperrt", sagt Vondrasek. Konkret ist im Sozialpartner-Papier auch ein Bezug für 20 plus 4 Monate vorgesehen, wobei das Kindergeld dann 630 Euro pro Monat betragen würde und ein Modell für 24 plus 5 Monate, mit einem Kindergeld in Höhe von 530 Euro.

Vehement gefordert wird von den Gewerkschaften auch die Einführung der Wahlmöglichkeit zwischen Zuverdienstgrenze und Arbeitszeitgrenze. "Wer seine Arbeitszeit auf 24 Stunden die Woche reduziert, für den bzw. die soll keine Zuverdienstgrenze gelten. Gerade gut qualifizierte Frauen haben bei der Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung größte Schwierigkeiten. Das sind genau jene Frauen, die die Ministerin als Hochschul-Gewerkschafterin vertreten hat. Frauenministerin Bures engagiert sich dafür, dass das Kindergeld auch für diese Frauen passt, die Familienministerin blockiert da unverständlicher Weise die Verbesserung", so Vondrasek.

Die Einführung der Arbeitszeitgrenze würde auch die partnerschaftliche Teilung der Kinderbetreuung erleichtern und mehr Väter als bisher dazu motivieren, in Karenz zu gehen. "Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern, ist eine klassische Aufgabe der Familienministerin. Wir fordern Ministerin Kdolsky auf, ihre Diskussionsverweigerung zu überdenken. Anstatt ein Reförmchen zu beschließen, das in wenigen Jahren wieder repariert wird, muss gleich eine Kindergeldreform beschlossen werden, die den Eltern tatsächlich eine umfassende Verbesserung bringt", so Vondrasek abschließend.

FSG, 20. September 2007 Nr. 46

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