Cap sieht keine Notwendigkeit, über Flat tax zu diskutieren

Wurde auch bereits von "Experten" Schüssel und Stummvoll abgelehnt

Wien (SK) - SPÖ-Klubobmann Josef Cap kann der von ÖVP-Klubobmann Schüssel in dieser Woche geforderten Flat Tax nichts abgewinnen. Cap wies am Donnerstag in einer Pressekonferenz darauf hin, dass auch der stv. ÖVP-Klubobmann Stummvoll erst vor kurzem der Flat tax eine Absage erteilt hat und von einem "ungerechten" Modell gesprochen hat. Und Schüssel selbst habe sich im Jahr 1999 als damaliger ÖVP-Obmann entschieden gegen diese Steuer ausgesprochen und diese Idee "für gefährlich für die Stabilität dieses Landes und seiner Wirtschaft" bezeichnet. ****

Ins Gespräch habe die Flat tax der früher FPÖ-Obmann Haider gebracht, erinnerte Cap. Schüssel habe sich damals über diese Idee "nur lustig gemacht", heißt es im "Format" vom 27. September 1999. Und weiter: "flat" heiße korrekt übersetzt flach und so lässt er, Schüssel, an der 'Flachsteuer' kein gutes Haar. "Das klingt nur gut. Ein einheitlicher Steuersatz von 23 Prozent würde hunderte Milliarden Schilling Einnahmenentfall, ein Drittel aller direkten Steuern, bedeuten. Da können wir gleich die nächste Sanierungsarbeit beim Budget einleiten", so Schüssel (Format, 27.9.1999).

Erst am 24. August diesen Jahres hat der stv. ÖVP-Klubobmann Stummvoll in einem Interview für "Standard"-Online die Flat tax wie folgt bewertet: "Wenn ich alle über einen Kamm schere, dann ist das, pardon, watscheneinfach aber ungerecht. Die Flat-Tax war in Wahrheit eine hervorragende Steuer im Mittelalter. Der Zehent, jeder zahlte zehn Prozent, war watscheneinfach, aber extrem ungerecht".

Schüssel und Stummvoll hätten damit eigentlich alles gesagt, so Cap. "Wir haben hier zwei Experten, die sich sehr gründlich zum Thema "Flat-Tax" geäußert haben. Daher, glaube ich, besteht in dem Sinn keine Notwendigkeit mehr, über diesen Aspekt eine Diskussion zu führen", so der SPÖ-Klubobmann. Cap betonte, dass bei einer noch zu konzipierenden Steuerreform die Entlastung der kleineren und mittleren Einkommen und von kleinen und mittleren Betrieben im Vordergrund steht. Und auch die von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer vorgeschlagene Besteuerung auf Vermögenszuwachs solle bei den Diskussionen über die Steuerreform berücksichtig werden, so der SPÖ-Klubobmann. (Schluss) ps

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0014