GMTN zu Kindergeld: Kdolsky soll bei Arbeitszeitgrenze über ihren Schatten springen

AlleinerzieherInnen nicht weiter benachteiligen

Wien (GMTN/ÖGB) - "Familienministerin Kdolsky soll über ihren Schatten springen", sagt Erika Nussgraber-Schnabl, Bundesfrauenvorsitzende der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN), zur bisher starren Haltung der Ministerin beim Thema Arbeitszeitgrenze statt Zuverdienstgrenze.++++

"Wir sind sehr froh darüber, dass das Kindergeld reformiert werden soll", sagt Nussgraber-Schnabl. "In der jetzigen Form sind die Regelungen viel zu starr und unflexibel, es benachteiligt Alleinerziehende und für die korrekte Berechnung der Zuverdienstgrenze müsste man Finanzwissenschaften studiert haben." Dass es im gestrigen Ministerrat zu keiner Beschlussfassung gekommen sei, begrüßt die GMTN Bundesfrauenvorsitzende. "Die Beseitigung der Benachteiligung von AlleinerzieherInnen war nicht Teil von Kdolskys Plänen, das kann jetzt noch eingearbeitet werden. Die Mehrheit der Stellungnahmen zum Gesetzesentwurf hat nämlich genau das verlangt, die Ministerin muss das berücksichtigen." Allein erziehende Eltern -mehrheitlich sind das Frauen - zu benachteiligen, passe außerdem nicht zu dem Bild einer modernen, offenen Frau, das Kdolsky nach außen trage. "Wir brauchen außerdem mehr Flexibilität bei der zeitlichen Verteilung, wie das im ÖGB-Modell vorgesehen ist, auch das soll Kdolsky noch einarbeiten." Der ÖGB sieht dafür zwei zusätzliche Varianten vor: 630 Euro pro Monat bei 20 plus 4 Monaten, oder 530 Euro pro Monat bei 24 plus 5 Monaten.

Dringend appelliert Nussgraber-Schnabl an Kdolsky, ihre starre Haltung hinsichtlich der Arbeitszeitgrenze aufzugeben. "Wir brauchen das wie die Butter aufs Brot." Die Einführung einer Arbeitszeitgrenze von 24 Stunden pro Woche hätte laut Nussgraber-Schnabl nur Vorteile:
Die Kinderbetreuung würde für besser verdienende Eltern leichter, Väter wären motiviert, sich mehr um die Kinderbetreuung zu kümmern, und die Probleme beim Wiedereinstieg würden sich gar nicht erst stellen. "Kdolsky soll sich die vielen diesbezüglichen Stellungnahmen zu Herzen nehmen und auch auf die ExpertInnen hören, die für eine Arbeitszeitgrenze plädieren. Tun Sie es einfach, Frau Kdolsky, Österreichs Familien brauchen das."

ÖGB, 20. September 2007 Nr. 544

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