Leitl: Bei weiterem Euro-Höhenflug Zinssenkung erwägenswert

Kleine und mittlere Unternehmen, die auf Export-Nischenmärkten im Dollar-Raum aktiv sind, leiden unter Euro-Höchststand am meisten

Wien (PWK679) - Der heutige Euro-Anstieg auf erstmals über 1,40 US-Dollar setzt der heimischen Exportwirtschaft zu und gefährdet insbesondere Klein- und Mittelunternehmen, die in Nischenmärkten im Dollar-Raum exportieren. Der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, sieht die "Schmerzgrenze für Exporteure und damit eine Gefährdung des Wirtschaftswachstums durch den Euro-Höchststand erreicht." Jede weitere Zinsanhebung im Euroraum wäre reines Gift für Europas Wirtschaft, appelliert Leitl an die Europäische Zentralbank. "Unter den derzeitigen Bedingungen sei vielmehr ernsthaft an eine Zinssenkung zu denken", ist Leitl überzeugt und erinnert an die Zeit 2000/2001, als es bei ähnlichen konjunkturellen Rahmenbedingungen zu einer früher als erwarteten Leitzinssenkung kam.

Für moderatere Zinsen sprechen auch die schwächeren Wachstumsaussichten in Europa (Frankreich, Deutschland, Niederlande) sowie ein generell abflauendes Wirtschaftsklima. Auch in Österreich hat laut WIFO die Industriekonjunktur bereits ihren Höhepunkt überschritten. "Jede in Aussicht gestellte Zinsanhebung der EZB, treibt den Euro nur zu noch höheren Rekordwerten. Daher sollte in der aktuellen Situation durchaus auch über Alternativen in die andere Richtung nachgedacht werden", so Leitl. (Ne)

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