Greenpeace an BM Pröll: Biosprit-Quote einfrieren!

Scheinlösung gegen Klimawandel löst weltweite Umweltprobleme aus

Wien (OTS) - Die OECD warnte unlängst vor den negativen Folgen einer überambitionierten Biotreibstoff-Politik. Zunehmend kommt man nämlich auch dort zum Schluss, dass der Beitrag von Biotreibstoffen an einer Reduktion der Treibhausgas-Emissionen äußerst gering ist.

Dennoch hält Minister Pröll an dem Ziel fest, dem Treibstoff bis 2010 zehn Prozent an Biosprit beizumischen. "Wir fordern ein umgehendes Einfrieren dieser Beimischungsquote, bis geklärt ist, wie negative Auswirkungen vermieden werden können", mahnt Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof.

Als größte Gefahr für die Umwelt sieht Greenpeace die Tendenz, nicht landwirtschaftlich genutzte Flächen für die Biosprit-Gewinnung zu kultivieren. So werden in Südostasien die letzten Regenwälder im Eiltempo in Palmöl-Plantagen umgewandelt, und Indien beabsichtigt, eine Wald- und Savannenfläche von bis zu dreizehn Millionen Hektar mit Jatropha zu bepflanzen. "Diese nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen sind ökologisch überaus wichtig für das globale Klima", ruft Westerhof in Erinnerung, "wohingegen Biotreibstoffe weltweit niemals viel mehr als fünf Prozent des Treibstoff-Bedarfs ausmachen werden."

Greenpeace lehnt Biotreibstoffe nicht grundsätzlich ab. Sie können durchaus eine Rolle dabei spielen, die Abhängigkeit von fossiler Energie zu reduzieren. Derzeit scheinen jedoch nach wie vor agrarpolitische Überlegungen im Vordergrund zu stehen: "Wenn Minister Pröll weiterhin daran festhält, bis 2010 zehn Prozent an Biotreibstoffen in Umlauf zu haben, dann tut er das wohl vor allem als Landwirtschafts-, nicht aber als Umweltminister", so Greenpeace-Sprecher Westerhof.

Rückfragen & Kontakt:

DI Jurrien Westerhof, Greenpeace Österreich; Tel.: 0664-6126701

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