Slowenischer Heroinschmuggler in Wien festgenommen

Erster Erfolg der erweiterten Schengenfahndung

Wien (OTS) - Anfang September 2007 wurde von Kriminalbeamten der Polizei Wien im Zuge einer fremdenpolizeilichen Schwerpunktaktion ein Cafe im 10. Wiener Gemeindebezirk kontrolliert. Dabei fiel ein Gast auf, der sich mit slowenischen Dokumenten auswies. Der Mann, es handelte sich um den 33jährigen Edi K., war zwar nicht zur Festnahmen ausgeschrieben, die italienischen Behörden hatten aber im Schengenwege um Informationen über den Aufenthaltsort des Mannes ersucht, da er in der Vergangenheit im Zusammenhang mit Rauschgiftdelikten aufgefallen war.

Der einschreitende Beamte informierte im Wege des Bundeskriminalamtes die italienische Polizei, fand aber sonst keine Veranlassung gegen Edi. K. einzuschreiten. Trotzdem war sein kriminalistischer Spürsinn geweckt und der "Fall" wurde nicht ad acta gelegt, vielmehr führte er wenige Tage später eine neuerliche Fahndungsabfrage im Schengener Informationssystem durch. Dabei ergab sich sofort ein Treffer, da Slowenien - das erst seit 1. September 2007 Mitglied des Schengenverbundes ist - unmittelbar zuvor die Fahndung gegen den Verdächtigen eingeleitet hatte.

Nach diesem Treffer wurde das Cafe, in dem K. angetroffen worden war, weiter im Auge behalten. Außerdem besorgte das Sirene-Büro des Bundeskriminalamtes von den slowenischen Behörden weitere Details zum Fall und ein Fahndungsfoto des Verdächtigen. Tatsächlich tauchte Edi K. am Abend des 17. September 2007 neuerlich im Cafe auf, wurde festgenommen und auf Anordnung des Wiener Landesgerichts in die Justizanstalt Wien-Josefstadt eingeliefert. Er wird demnächst an Slowenien ausgeliefert

Edi K. wird vorgeworfen, dass er mit Hilfe von zwei Kurieren fast 10 Kilo Heroin von Slowenien nach Italien geschmuggelt haben soll. Das Heroin wurde in Ljubljana im Benzintank eines Autos versteckt und dann von den zwei Mittätern über die Grenze nach Pescara in Italien gebracht. Edi K. war dabei nie selbst anwesend, soll aber andauernd telefonische Anweisungen an die Kuriere erteilt haben. Bevor es zu einer Übergabe des Suchtgiftes kommen konnte, wurden die beiden Kuriere von den italienischen Behörden festgenommen und das Heroin sichergestellt. In Zuge der weiteren kriminalpolizeilichen Ermittlungen gelang es der slowenischen Polizei K. als mutmaßlichen Kopf der Bande auszuforschen.

Innenminister Günther Platter beglückwünschte die Beamten zu ihrem Erfolg und dankte ihnen für ihr Engagement. "Diese Festnahme ist aber nicht nur ein Beweis für den kriminalistischen Spürsinn unserer Polizisten sondern auch der erste Erfolg der erweiterten Schengenfahndung. Die Verhaftung des Verdächtigen nur wenige Tage nachdem Slowenien die ersten Fahndungen online gestellt hat beweist auch, dass das Schengenfahndungssystem sehr gut funktioniert", so Innenminister Platter abschließend.

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