Muttonen: Kulturelle Bildung ist Schlüssel zur kulturellen Partizipation

Wien (SK) - "Es existiert nach wie vor eine kulturelle Zwei-Klassen-Gesellschaft. Die Frage der kulturellen Partizipation, der möglichst gerechten Teilnahme am kulturellen Leben unabhängig von sozialer Schicht, Herkunft oder Alter, führte in den vergangenen Jahren ein Schattendasein", erklärte SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Kulturministerin Schmied habe die Frage der kulturellen Teilnahme und kulturelle Bildung endlich in den Mittelpunkt gerückt, "denn die kulturelle Bildung ist der Schlüssel zur Nutzung von Kulturangeboten". Die SPÖ-Kultursprecherin forderte neben der raschen Umsetzung von 12 eintrittsfreien Tagen für alle Bundesmuseen, die Förderung der kulturellen Bildung von Kinder und Jugendlichen sowie Maßnahmen zum Gewinnen neuer Publikumsschichten. ****

Die öffentlichen Kulturausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden betrugen im Jahr 2005 rund zwei Milliarden Euro, das bedeutet die Republik wendete 244 Euro pro EinwohnerIn für Kunst und Kultur auf. Wenn man aber das Kulturverhalten der ÖsterreicherInnen betrachte, zeigt sich, dass 70-80 Prozent der ÖstereicherInnen nicht ein einziges Mal pro Jahr ein Museum, Theater, Konzert oder eine Bibliothek besuchen. Im Vergleich dazu besuchen rund 42 Prozent der ÖsterreicherInnen eine Sportveranstaltung pro Jahr. Angesetzt werden müsse schon im Kindesalter, denn "kulturelle Bildung ist der Schlüssel zur Nutzung von Kulturangeboten", so die SPÖ-Kultursprecherin. Auch der in Deutschland erstellte Jugendkulturbarometer belege einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Bildung und kultureller Partizipation.

Als eine Maßnahme, um die kulturelle Partizipation zu fördern, schlug Muttonen vor, bei der Finanzierung der Bundesmuseen und anderer kultureller Einrichtungen den Aspekt der kulturellen Teilnahme stärker zu berücksichtigen. Sie kann sich eine diesbezügliche zweckgebundene Erhöhung der Basisabgeltung vorstellen.

Es gebe in Österreich bereits eine Reihe unterschiedlicher Aktivitäten, um die Teilnahme an Kunst und Kultur zu erweitern. Etwa biete das Burgtheater in Kooperation mit den ÖBB für Jugendliche das Angebot "kostenlos ins Burgtheater". Es sollte Vereinbarungen zum Gewinnen neuer Publikumsschichten auch mit anderen großen Kultureinrichtungen getroffen werden. Auch seien Maßnahmen zur Beteiligung von sozial und kulturell ausgegrenzten Bevölkerungsgruppen wichtig, betonte Muttonen.

Als notwendig erachtet Muttonen auch die Untersuchung des Status-Quo zur kulturellen Partizipation und eine qualitative Verbesserung der empirischen Daten. "Wir haben keine altersübergreifenden Daten und keine Aufschlüsselung nach Stadt/Land bezüglich kultureller Teilnahme der ÖsterreicherInnen", stellte Muttonen klar.

Weiters forderte die SPÖ-Kultursprecherin, dass die im Regierungseinkommen vereinbarte Einführung eines eintrittsfreien Tages 12 mal pro Jahr für alle Bundesmuseen rasch umgesetzt wird. (Schluss) sl

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