Austria Wirtschaftsservice gratuliert EU-Contest Siegern

Oberösterreichische Jungforscher heimsen Platz 2 und 3 beim EU Contest for Young Scientists sowie drei Reisepreise ein.

Wien (OTS) - Gleich zwei Österreichische Teams von Jugend
Innovativ wurden beim 19. EU-Contest for Young Scientists im spanischen Valencia mit Topplätzen ausgezeichnet. Platz zwei ging an Martina Hafner für Ihr Projekt "Energie aus Maisstroh". Die Schülerin gewinnt zudem einen Reisepreis zum zweiwöchigen London International Youth Science Forum. Platz drei und ein Reisepreis zum Europäischen Patentamt ging an Werner Pollhammer, David Stockinger, Julian Glechner für das Projekt "Salzkristalle als neue Energiespeicher". Alle fünf Jungforscher entspringen der HTL Braunau, die sich beim EU Contest schon den Namen als "Forscherschmiede" gemacht hat. Ein weiterer Reisepreis ging an das Projekt "Synthese eines Linkermoleküls für Self-Assembled Monolayer" von Philipp Zanger, Schüler der HTBLA Wels.

Beim 19. EU-Wettbewerb für Nachwuchswissenschaftler wetteiferten vom 14. bis 19. September die 81 Gewinner-Teams nationaler Forschungswettbewerbe aus 30 europäischen Ländern, sowie aus China und den USA um die begehrten ersten Preise. Das zweite und dritte platzierte Österreichische Team nimmt nicht nur das Preisgeld von EUR 3.000 bzw. EUR 1.500 mit nach Hause, sondern auch internationale Anerkennung.

Die SchülerInnen hatten sich im Rahmen des österreichischen Schulwettbewerbes "Jugend Innovativ" für die Teilnahme am internationalen Wettbewerb qualifiziert. "Heuer, gerade im 20. Jubiläumsjahr des nationalen Wettbewerbes, der vom BMUKK und BMWA getragen wird, ist es mir eine besondere Freude gleich allen drei entsandten Teams zu ihrem durchschlagenden Erfolg gratulieren zu dürfen, freut sich Peter Takacs, Geschäftsführer der austria wirtschaftsservice, über den krönenden Abschluss von zwei Jahrzehnten Jugend Innovativ in Österreich.

Der europäische Wettbewerb für Nachwuchswissenschaftler gehört zum EU-Programm "Wissenschaft in der Gesellschaft". Er soll junge Menschen in ihrem naturwissenschaftlichen Interesse bestärken und sie ermutigen, einen wissenschaftlichen Beruf anzustreben. Die diesjährigen Auszeichnungen wurden vom Leiter der Generaldirektion Forschung der Europäischen Kommission, José Manuel Silva Rodríguez, verliehen.

SHL: Die Siegerprojekte

"Energie aus Maisstroh"

Mit dem Thema Alternativenergie aus Biogas beschäftigten sich die Schülerinn der 5. Klasse der HTL Braunau. Im Mittelpunkt ihres Interesses stand Maisstroh und dessen Nutzungsmöglichkeiten zur Energiegewinnung. Jährlich fallen in der Landwirtschaft große Mengen an Maisstroh an, ohne es sinnvoll zu nutzen. Insbesondere der hohe Faser- und Zellulosegehalt des Strohs erschwert die Energiegewinnung und macht eine entsprechende Aufbereitung erforderlich. Der Grund dafür ist, dass Bakterien das Maisstroh nur langsam angreifen, was wiederum die Umwandlung zu Methan verzögert. Genau an diesem Problem setzte das Schülerinnen-Duo an, das sich zum Ziel setzte, ein neues Behandlungsverfahren für zellulosereiche Stoffe zu entwickeln.
Um den Prozess der Energiegewinnung zu optimieren wurde zuerst eine einfache Versuchsanlage gebaut. Dann erarbeiteten die Schülerinnen zwei Vorbehandlungsmethoden, die beide eine effizientere Erzeugung von Biogas ermöglichen. Bei der ersten Variante wird das Stroh mit einer Lauge vorbehandelt, die die Zellulose-Struktur öffnet, dadurch den Bakterien den Zugang erleichtert und so eine schnellere Biogasproduktion zulässt. Die zweite Methode beruht auf der Wirkung von Enzymen, die ebenfalls die Faserstruktur zerstören und den Abbau beschleunigen. Die Versuchsergebnisse zeigen deutlich, dass sich die Vorbehandlung biogener Stoffe positiv auf den Gasertrag der Biogas-Erzeugung auswirkt. Tatkräftige Unterstützung bekamen die Projektantinnen von drei Hauptschülern, zu deren Aufgabe unter anderem die selbstständige Entwicklung einer einfachen Versuchsanlage gehörte.

Zusätzlich zu den naturwissenschaftlichen Verfahren stellte das Team Überlegungen an, wie sich ihre Technologien umsetzen lassen. Gemeinsam mit der Gemeinde Braunau und der Landwirtschaftskammer wurde eine mögliche lokale Biogas-Anlage diskutiert und kalkuliert. Die Kleinstadt Braunau verfügt jedenfalls über genügend Gartenabfälle. Findet auch noch das vorhandene Maisstroh Verwendung, dann wären die vorhandenen Rohstoffe optimal genutzt.
HTL Braunau,Osternbergerstraße 55,5280 Braunau,Projektlehrer Dr. Josef Wagner

"Salzkristalle als neue Energiespeicher"

Ein ambitioniertes Wärmespeicher-Projekt der HTL Braunau zeigt, wie wir in Sachen Energieversorgung der Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen einen Schritt näher kommen können. Solarenergie zeichnet sich durch unbegrenzte Verfügbarkeit aus, wird aber durch das nach wie vor ungelöste Problem der langfristigen Energiespeicherung in ihrer Verwertung stark eingeschränkt.

Vom winterlichen Taschen-Wärmekissen inspiriert, hat sich das Schülerteam der HTL Braunau des Speicherproblems angenommen und eine viel versprechende Lösung auf Basis von Salzkristallen entwickelt. In umfangreichen Versuchen fertigte das Team einen Prototyp eines Latentwärmespeichers an. Dieser muss in der Lage sein, im Energieüberfluss Wärme aufzunehmen, sie in versteckter also latenter Form über längere Zeit zu speichern, um sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder abzugeben.

Wie funktioniert nun der Prototyp? Die Schüler verwendeten für ihre Untersuchungen Salzhydrat-Lösungen aus Natriumsulfat und Natriumacetat. Beide Substanzen nehmen Wassermoleküle in ihr Kristallgitter auf. Führt man nun Solarwärme oder Prozessabfallwärme zu, spaltet sich das Wasser vom Kristallgitter ab, die Dehydrations-und Lösungsenergie bleiben jedoch im System erhalten, vorausgesetzt die Rekristallisation wird gehemmt. Die "Speicherlösung" befindet sich nun in einem übersättigten bzw. geladenen Zustand. Wird nun die Kristallisation in den eigens von den Schülern angefertigten "Wärmespeicherpatronen" ausgelöst, wird die gespeicherte (Solar-)Wärme wieder abgegeben.

Die Kristallbildung kann elektronisch gesteuert oder manuell ausgelöst werden, sie bedarf einer gezielten Steuerung, um eine ungewollte Kristallisation bzw. Wärmeabgabe zu verhindern. Durch den modularen Aufbau des Wärmespeichers kann die Wärmeabgabe gut an den jeweiligen Bedarf angepasst werden. Die aufwändigen Untersuchungen der Schüler verliefen erfolgreich, die Testergebnisse machen eine mögliche technische Lösung des Wärme-Speicherproblems greifbar. HTL Braunau,Osternbergerstraße 55, 5280 Braunau,Projektlehrer Dr. techn. Wolf Peter Stöckl

"Synthese eines Linkermoleküls für Self-Assembled Monolyer (SAM)"

Philipp Zagar von der HTBLA Wels beschäftigte sich in seiner Arbeit mit Self-Assembled-Monolayern. SAM-Bildner sind Moleküle mit einzigartigen Eigenschaften, die von selbst einlagige geordnete Schichten - ähnlich Zellmembranen - bilden. Sie stellen die Basis für viele Anwendungen aus der Mikro- und Nanotechnologie dar. Der Maturant erarbeitete gemeinsam mit dem Institut für Biophysik der Johannes-Kepler-Universität Linz zwei völlig neue und hocheffiziente Synthesewege. Der Erfolg brachte ihm den ersten Preis in der Kategorie Science beim nationalen Bewerb, die Entsendung zur 59. Intel ISEF - International Science and Engineering Fair 2008, Atlanta - Georgia, USA sowie beim EU Contest einen Reisepreis zum einwöchigen Forschungsaufenthalt im Molecular Biology Laboratory in Heidelberg, Deutschland ein.
HTBLA Wels, Fischergasse 30,4600 Wels, Projektlehrer DI Dr. Günter Eichberger

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