Grüne gegen Privatisierung der Spitäler

Krismer: VP Kopf vertritt keine PatientInnen-Interessen

St. Pölten (Grüne) - Die Forderung vom Generalsekretär des Wirtschaftsbundes Karlheinz Kopf nach mehr privat in den Spitälern in der heutigen Ausgabe der Salzburger Nachrichten weisen die Grünen Niederösterreich entschieden zurück. "Die Strukturschwäche in den öffentlichen Spitälern kann auch ohne Private behoben werden. Modernes Spitalsmanagement muss von der öffentlichen Hand umgesetzt werden", weist die Gesundheitssprecherin LAbg. Dr. Helga Krismer das Ansinnen des Wirtschaftsmannes Kopf zurück. "Wer noch immer nicht glauben will, dass gerade im Gesundheitsbereich klassisches Marktversagen herrscht, kennt sich im Bereich Gesundheit als Dienstleistung an Versicherten wenig aus", kontert Krismer den neoliberalen Ansätzen des Wirtschaftsbundes. Wahr ist, dass einige Kur- und Sonderkrankenanstalten durch private Anbieter betrieben werden, wie die Kuranstalt der Gewerblichen Wirtschaft in Baden, die Kurbetriebe in Baden oder die Kuranstalt der BäuerInnen in Bad Gleichenberg. "Kurbetriebe sind nicht das kostenintensive Herzstück im Gesundheitswesen. Dort machen Privat-Öffentliche Modell fallweise Sinn. Spitäler sind damit nicht vergleichbar. Daher Hände weg von den Spitälern, damit Leistungskürzungen, Vorenthalten der modernsten Gerätschaften nicht am Ende des Tages als notwendige kosteneffiziente Einsparung den Versicherten verkauft werden", so Krismer. Karlheinz Kopf ist sichtlich zum Lobbyisten der Privaten Gesundheitsdienstleister geworden, da diese bis dato kein Akut-Spital in Österreich führen, was nach Ansicht der Grünen auch so bleiben muss. Kritisch sehen die Grünen auch die derzeitigen Ausgliederungen in den Spitälern: "Reinigung, Einkauf, Entsorgung, aber auch schon Labors werden ausgegliedert. Alle Bereiche, die gute Zahlen schreiben können werden privatisiert und ausgegliedert, so dass irgendwann die öffentliche Hand auf dem defizitären Kernbereichen der Akutspitäler sitzen bleibt und keine Einsparungspotenziale mehr hat. Dieser Trend ist einmal den Versicherten auch klar zu sagen. Oder ist das Gemeinwesen schon ein Alleinwesen weniger geworden?", fordert Krismer auch die Landeskliniken-Vorsitzenden LR Sobotka (VP) und LRin Kadenbach (SP) zu mehr Transparenz auf.

Rückfragen & Kontakt:

Presse - Grüner Klub im NÖ Landtag +432742/9005-16703 - landtag@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRN0002