Siemens-Chefin Ederer überzeugte mit Frauenpower und Führungskompetenz

"Führen Frauen anders?"- Veranstaltung von BSA und Wirtschaftsverband OÖ

Linz (OTS) - "Führen Frauen anders?" war der Titel einer Veranstaltung des BSA OÖ gemeinsam mit dem Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband am 18. September. Im vollbesetzten Linzer Siemens Forum überzeugte Siemens-Chefin Brigitte Ederer sprachgewandt, charmant freundlich und fast bescheiden von ihrer persönlichen Führungskompetenz. Glück, Disziplin und Engagement, in dieser Reihenfolge", sieht sie ihren persönlichen Weg zum Erfolg im Rückblick. "Man muss sich in die Inhalte vertiefen, zeitlich verfügbar sein, neugierig auf Neues zugehen

Für Ederer muss eine Führungspersönlichkeit vor allem in sich ruhen und ständig an den eigenen Schwächen arbeiten, wissen, wohin sie den Betrieb oder die Organisation führen will, sich Zeit nehmen, Menschen zuzuhören, Gelassenheit und eine hohe soziale Intelligenz an den Tag legen. Das alles gilt für männliche wie für weibliche Führungskräfte. Launenhaftigkeit, schlechte Umgangsformen und Besserwisserei sind für Ederer ein rotes Tuch und haben bei Menschen in Führungspositionen nichts verloren. Im Großen und Ganzen sieht Ederer wenige Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Führung. Sie stellte aber klar, dass eine Führungsposition immer einen hohen Preis fordere: "Ich hätte auch einmal gerne Kinder gehabt." Mehr Frauen als Männer hätten Scheu davor, diesen hohen Preis zu zahlen. Was daran liegen könnte, dass Männer immer noch Ehefrauen haben, die ihnen den Rücken frei halten. Eine gewisse Konfliktscheu könne sie bei sich selbst als Schwäche ausmachen, meinte Ederer. Männer seien generell mehr wettbewerbsorientiert. Hier hätten Frauen noch einen Aufholbedarf. Aufholbedarf ortete sie auch bei der Ausbildung. Österreich habe einen viel zu niedrigen Technikeranteil und darunter kaum Frauen.

Erich Haider setzt stark auf Frauen
In seiner Begrüßung stellte Oberösterreichs Landeshauptmann - Stv. und BSA Vorsitzender Erich Haider fest, dass es in der Frauenpolitik in Oberösterreich zwischen der ÖVP und der SPÖ einen gewichtigen "kleinen Unterschied" gebe " In all den Jahrzehnten an der Regierung hat die ÖVP noch nie ein weibliches Mitglieder der Landesregierung gestellt, ganz im Gegensatz zur SPÖ!" Er selbst habe die allerbesten Erfahrungen und setze sehr stark auf Frauen. Er habe in Aufsichtsräte von Wohnbaugenossenschaften nur Frauen nominiert, davor habe es dort keine einzige Frau gegeben. Die SPÖ Oberösterreich setzte verstärkt auf Maßnahmen zu Erleichterung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Auf berufliche Frauenförderung setzt auch Landesrätin Silvia Stöger. Sie betonte im Talk mit der Moderatorin des Abends, Landtagsabgeordneter Gerti Jahn, dass es gerade in Oberösterreich extremen Nachholbedarf gebe. Sie stellte in den Raum, dass auch betrieblich - ähnlich wie in der Politik - Frauenquoten überlegt werden sollten: " Auf die Freiwilligkeit kann man sich nicht immer verlassen!" Viktoria Bertignol vom SP -Wirtschaftsverband aus Steyr ist dort Berufsschuldirektorin. Sie sieht einen Handlungsbedarf der Politik, was höhere Positionen für Frauen im Schuldienst betrifft: " Der Lehrkörper ist zu 90 Prozent weiblich, bei Direktoren- und Inspektorenposten dreht sich der Anteil plötzlich um." Voest-Alpine-Stahl-Finanzvorstand Alfred Düsing, stellvertretender BSA-Vorsitzender, einziger Mann am Podium, ermunterte Frauen dazu, vermehrt um Führungspositionen zu kämpfen. Frauen hätten zu oft ein Problem mit dem Selbstbewusstsein, um sich in der gegebenen Männergesellschaft in den Betrieben durchsetzen zu können. Düsing sprach sich durchaus auch für Quotenregelungen aus. Er hob hervor, dass sich die Fachgruppe Wirtschaft im BSA Oberösterreich verstärkt dem Thema Frauen in Führungspositionen zuwenden werde.

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