Neues Volksblatt: "Antwort fehlt" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 18. September 2007

Linz (OTS) - Völlige Freude kann die IHS-Studie zur ökonomischen Bewertung des Schulsystems bei Ministerin Schmied wohl nicht auslösen: Keine Rede von einem "Kaputtsparen", wie es ihre SPÖ als Wahlkampfmunition gegen die ÖVP ins Treffen geführt hatte. Und auch das Prestigeobjekt von SPÖ und ÖVP, die Senkung der Klassenschülerhöchstzahl, muss vor dem strengen Auge des IHS Federn lassen.
Da lässt sich natürlich gut einwenden, dass Ökonomen nicht das Maß der Dinge sein können, wenn es um Fragen der (Aus)Bildung geht. Der latente Verdacht, dass in der schulpolitischen Debatte zu viele Überschriften zu leichtgewichtigem Inhalt gegenüberstehen, wird von der Studie aber sicher nicht zerstreut. Denn die Kritik, dass Schule heute Hochbegabte ebenso vernachlässigt wie jene, die ein Mehr an persönlicher Unterstützung brauchen, ist zweifellos berechtigt. Dieses Grundmanko lässt sich allerdings nur mit weniger an uniformem Mittelmaß und stärker forcierter individueller Differenzierung (und damit höheren Kosten) beseitigen. Genau auf die entscheidende Frage der individualisierten Differenzierung gibt es bis dato aber noch immer keine Antwort.

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