"KURIER"-Kommentar von Christoph Kotanko: "Schulweisheiten"

Ein teures System ist noch keine Garantie für Qualität. Sparen ja - aber richtig.

Wien (OTS) - Die Vermutung gibt es seit Langem, den Nachweis
seit gestern: Das heimische Schulsystem ist im internationalen Vergleich teuer, die Resultate aber sind mittelmäßig.
Es ist richtig, die Kosten und den Nutzen staatlicher Investitionen zu durchleuchten. An der jetzt festgestellten "Ineffizienz" des Systems sind allerdings nicht die LehrerInnen schuld, sondern die Schulpolitiker, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben.
Der tatendurstigen Bildungsministerin ist alles Gute zu wünschen, wenn sie sich mit ihren Reformideen in das Dickicht von Finanzausgleichsverhandlungen, Verfassungsregeln und Föderalismusreform wagt. Niemand will sich etwas wegnehmen lassen - das ist eine alte Schulweisheit.
Es wäre auch ein Fehler, Veränderungen auf Geldfragen zu reduzieren. Seit Jahren wird das Schulwesen unter dem Schwindeletikett "Autonomie" zersplittert.
Nachdem fast jeder fast alles machen darf, fehlt längst die Vergleichbarkeit von Leistungen der Schüler wie der Lehrer. Gefragt ist die Harmonisierung der Ansprüche und die Evaluierung der Ergebnisse. Wenn Ministerin Schmied das schafft, hat sie ein Vorzugszeugnis verdient.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER
Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0002