Salzburger Experten warnen vor Gefäßnotstand

Gefäßerkrankungen - Unterschätzte Todesursache Nummer 1

Salzburg (OTS) - Die Initiative "Durchblutung ist Leben" machte am Freitag, 14. September 2007 am Salzburger Kapitelplatz Halt. Im Rahmen einer großangelegten Informationsveranstaltung informierten Salzburger Spezialisten über die weitgehend unbeachtete Erkrankung pAVK und das erhöhte Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko für die Betroffenen. Die Veranstaltung ist Teil einer österreichweiten Initiative um die Öffentlichkeit über Erkrankung, Vorbeugung, Diagnose und Therapie der pAVK zu informieren.

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) auch ,Schaufensterkrankheit’ genannt, ist eine sehr häufige Erkrankung. Alleine in Europa und Nordamerika leiden 27 Millionen Menschen an dieser Erkrankung. In den Industrieländern wird geschätzt, dass 16% der über 55-Jährigen daran erkrankt sind, d.h. in dieser Altersgruppe ist jeder sechste betroffen. Bezogen auf Österreich bedeuten diese Daten mindestens 300.000 Betroffene.

Die Mehrzahl der Betroffenen weiß nichts über die vorliegende Erkrankung. Die Erkrankung bleibt oftmals lange unerkannt, da sie weder Schmerzen noch Beschwerden mit sich bringt. Allerdings ist das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden mit einer pAVK zwei bis drei Mal so hoch wie ohne eine Verengung der Blutgefäße in den Beinen, das Risiko für einen Herzinfarkt steigt um das Vierfache.

Um dieser schleichenden Erkrankung entgegen zu treten wurde die Initiative "Durchblutung ist Leben" von der Österreichischen Gesellschaft für Internistische Angiologie und der Österreichischen Gesellschaft für Angiologie ins Leben gerufen. Unterstützt wird die Kampagne von sanofi-aventis und Bristol-Myers Squibb. Ziel ist es, über pAVK als ein Warnsignal für ein erhöhtes Herzinfarkt- bzw. Schlaganfall-Risiko zu informieren.

Bei der Veranstaltung im "Durchblutung ist Leben"-Zelt am Salzburger Kapitelplatz informierten medizinische Spezialisten über die Erkrankung, Vorbeugung, Diagnose und Therapie der pAVK. Sigi Bergmann führte durch das Programm. Univ.-Prof. Dr. Thomas HÖLZENBEIN und OA Dr. Ara UGURLUOGLU von der Universitätsklinik für Gefäßchirurgie und endovasculäre Chirurgie, Paracelus Universität Salzburg und OA Dr. Wolfgang STURM, Klinische Abteilung für Allgemeine Innere Medizin, Univ. Klinik für Innere Medizin, Medizinische Universität Innsbruck sprachen zum interessierten Publikum über Symptome von Gefäßerkrankungen, wie ihnen vorgebeugt werden kann und wie im Fall der Fälle die Diagnostik und Therapie aussieht.

Risiko-Einschätzung mit Selbstcheck-Listen - Diagnose mit ABI-Messung

Mittels einer Selbstcheck-Liste konnten die Besucher vor ab ihr Risiko für eine möglicherweise vorliegende pAVK abschätzen und mit den anwesenden Spezialisten besprechen. Außerdem nützten viele der interessierten Zuhörer die Gelegenheit mittels ABI-Messung mehr über die eigenen Gefäße zu erfahren. Dabei wird der Blutdruck an Arm und Knöchel gemessen und aus diesen beiden Werten das Risiko für eine Gefäßerkrankung errechnet.

Die Selbstcheck-Liste ist auf www.schaufensterkrankheit.at zum Download bereit.

Was ist pAVK?

Die pAVK (auch "Schaufensterkrankheit" genannt) entsteht, wenn eine Verengung der Blutgefäße auftritt, die die Beine mit Blut und Sauerstoff versorgen. So wie sich Zahnstein an einem Zahn festsetzen kann, können Cholesterin und Kalk sich an der Innenseite von Blutgefäßen einlagern und Verengungen bewirken. Bei manchen Menschen kann diese arterosklerotische Gefäßveränderung so schwerwiegend sein, dass der Blutfluss zu Organen, Armen oder Beinen reduziert wird. pAVK wird auch als "Schaufensterkrankheit" bezeichnet, weil Patienten nach einer kurzen Gehstrecke stehen bleiben müssen, damit sich der Blutfluss zu den Beinen nach der Anstrengung wieder erholen kann. Die Patienten müssen schmerzbedingt stehen bleiben und versuchen, dies z.B. durch Betrachten eines Schaufensters, vor der Umgebung zu verbergen.

Die klassischen Symptome einer pAVK sind:

  • schlecht heilende Wunden an den Füßen
  • blaurote Verfärbungen der Füße im Sitzen
  • kalte Füße und Beine
  • Blässe bei gehobenen Beinen Wenn eines dieser Symptome auftritt, ist ein Besuch beim Arzt dringend zu empfehlen.

pAVK - eine stille Erkrankung

Die pAVK ist Teil einer generellen Gefäßerkrankung. Wenn eine pAVK diagnostiziert wird, muss man davon ausgehen, dass diese arterosklerotischen Gefäßveränderungen auch in anderen Arterien des Körpers vorhanden sind. Neben den Herzkranzgefäßen und den Gefäßen im Gehirn sind die Beinarterien die dritte Hauptmanifestation der generalisierten Arteriosklerose. Patienten mit pAVK haben ein deutlich erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko, auch wenn die pAVK selbst noch keine Beschwerden verursacht. Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems sind die häufigsten Todesursachen in den westlichen Industrienationen. In Österreich werden ca. 53 Prozent aller Todesfälle durch Herz-Kreislauferkrankungen verursacht, an zweiter Stelle stehen Krebserkrankungen mit 24 Prozent der Todesfälle.

Wichtigkeit der Früherkennung

Bei den Veranstaltungen der Initiative werden Interessierte und Betroffene über die Erkrankung pAVK und Untersuchungen zur Früherkennung informiert. Ziel ist es, die Wichtigkeit von Vorsorge-und Früherkennungsuntersuchungen in der Öffentlichkeit bewusst zu machen, um verbesserte Vorbeugung und die frühere Diagnose von pAVK zu erreichen. Dies ist von besonderer Bedeutung, da etwa 80 Prozent der pAVK-Patienten gleichzeitig an klinisch bedeutsamen kardio- bzw. zerebrovaskuläre Erkrankungen (Koronare Herzerkrankung, Herzinfarkt, Schlaganfall), verbunden mit einem entsprechend erhöhten Sterberisiko, leiden.

Die Therapie der pAVK

Die wichtigste Maßnahme bei der Behandlung der pAVK ist eine gezielte Therapie der mit ihr verbundenen Risikofaktoren. Dazu gehören: Adipositas, Diabetes Mellitus, hoher Blutdruck und hoher Cholesterinspiegel. Änderungen des Lebensstils (Verzicht auf Rauchen, vermehrte Bewegung, Senkung des Cholesterinspiegels durch gesündere Ernährung) sind wichtig, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen. Als medikamentöse Therapie stehen Thrombozyten-Funktionshemmer zur Verfügung. Sie verhindern durch Atherothrombose* verursachte Bildung von Blutgerinnseln, die zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen.

*Atherothrombose: Wenn Fett-Ablagerungen an der Innenseite eines Blutgefäßes aufbrechen, können sich Blutplättchen (Thrombozyten) an der brüchigen Stelle anlagern. Ein Gerinnsel (Thrombus) entsteht. Dieser Vorgang wird als Atherothrombose bezeichnet.

Veranstaltungshinweis

3. Patiententag in Wien
Freitag 21.09.07 10:30 -17:00 Uhr
am Josef Meinrad Platz beim Burgtheater

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