Moser: Pöchhacker-Eingeständnis von Schienen-Erhaltungsmängeln legt falsche Bahnpolitik offen

Regierung muss Kundennutzen endlich höher gewichten als Interessen der Baulobby

Wien (OTS) - "Die heutigen Aussagen von ÖBB-Aufsichtsratsvorsitzendem Pöchhacker bestätigen vollinhaltlich die Kritik an der ÖBB-Reform, mit der die kontraproduktiven Schwerpunkte und Geldflüsse bei der Bahn so erst geschaffen wurden. Die Konzentration auf teure Großbauprojekte ist inhaltlich die falsche Priorität und freut nur die Baukonzerne. Bei begrenzten Mitteln konnte diese Politik gar kein anderes Ergebnis haben als die Vernachlässigung vergleichsweise spottbilliger Erhaltungs- und Kleinmaßnahmen. Jetzt müssen die Minister Faymann und Molterer mit klaren Vorgaben an das ÖBB-Management endlich die Interessen der KundInnen in den Mittelpunkt rücken, die täglich durch Langsamfahrstellen infolge schlechter Erhaltung und fehlende Pünktlichkeit verärgert werden", fordert Gabriela Moser, Verkehrssprecherin der Grünen.

Ein Umdenken sei dringend nötig, denn auch bei den Regional- und Nebenbahnen sollen durch ein Zusperrkonzert mit der Brechstange einige Millionen im Jahr eingespart werden, nur damit ja nicht an Koralm und Co gerüttelt werden muss. Moser: "Ein Rückzug der Bahn aus der Fläche wäre genauso wenig eine Lösung wie Pöchhackers Idee, noch mehr Steuergeld für noch mehr Beton abzuzweigen. Es wird nicht zuwenig gebaut, sondern es werden falsche Prioritäten gesetzt. Wer Fahrgäste auf den ersten Kilometern mit jahrelangen Unzulänglichkeiten aus dem Zug vertreibt, wird sie mit dem Bau einzelner Luxus-Projekte auch nicht mehr zurückholen. Im Gegenteil ist ein dichtes Bestandsnetz, das gut in Schuss ist und durch gezielte Optimierungen Pünktlichkeit und Taktverkehre sicherstellt, für die tägliche Kundenzufriedenheit viel wichtiger als Großprojekte für 2020 oder später. Verkehrs- und Finanzminister müssen endlich die richtigen Prioritäten im Infrastrukturbereich setzen, sonst werden die BahnkundInnen von heute die nötigen Verbesserungen, wie bundesweiten Taktverkehr und garantierte Anschlüsse, nicht mehr erleben", so Moser.

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