FSG: Die Pädagogischen Hochschulen - ein Irrweg

Am 18. September 2007 findet die Gründungsfeier der Pädagogischen Hochschulen statt

Wien (FSG) - "Die Pädagogischen Hochschulen sind ein teurer Irrweg in der LehrerInnenausbildung", meint der Vorsitzende der Fraktion Sozialdemokratischer PflichtschullehrergewerkschafterInnen, Herbert Modritzky, "dieses Relikt aus der Zeit der blauschwarzen Regierungszeit gehört endlich in Richtung zukunftsweisende Ausbildung der LehrerInnen Österreichs verändert." ++++

Die Pädagogischen Hochschulen, wie sie sich derzeit präsentieren, sind weder Schulen, wie es die Pädagogischen Akademien waren, noch sind sie Universitäten, wie manche in der Öffentlichkeit aufgrund des Namens glauben. Das zeigt sich in der Tatsache, dass Berechtigungen, die an der Pädagogischen Hochschule erworben werden, von den Universitäten anerkannt werden können, aber nicht müssen - ein Kuriosum. Ferner ist nicht gewährleistet, dass die Abschlüsse von anderen Staaten akzeptiert werden. Ein Armutszeugnis im Hinblick auf die Internationalisierung Österreichs.

"Das kleine Österreich leistet sich eine Zwei-Klassen-Ausbildung für LehrerInnen. Das ist weder ökonomisch noch pädagogisch sinnvoll. Die AHS -LehrerInnen werden weiterhin an der Universität ausgebildet, die PflichtschullehrerInnen an der Pädagogischen Hochschule. Wer soll das verstehen?" fragt sich Modritzky. "Und das vor dem Hintergrund einer breiten Diskussion über die neue Mittelschule, in der alle LehrerInnengruppen gemeinsam unterrichten sollen. Die Zwei-Klassen-Ausbildung bedeutet demnach, dass es auch LehrerInnen zweiter Klasse geben wird."

Die Fraktion Sozialdemokratischer Pflichtschul-GewerkschafterInnen anerkennt die Bemühungen von Ministerin Schmied, auf der Mittelstufe Reformen umsetzen zu wollen. Die Frage der Ausbildung der LehrerInnen darf dabei aber nicht zu kurz kommen. Das Ziel muss ein moderner, international anerkannter, universitärer Abschluss für alle LehrerInnengruppen sein, der sowohl den fachwissenschaftlichen als auch den pädagogisch didaktischen Anforderungen entspricht.

"Die Devise kann nur lauten: Zurück an den Start und den Spuk Pädagogische Hochschulen so bald wie möglich beenden. Als GewerkschafterInnen beteiligen wir uns gerne an der Entwicklungsarbeit für ein neues Modell der LehrerInnenausbildung in Österreich", schließt Modritzky.

FSG, 17. September 2007 Nr. 45

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Herbert Modritzky
FSG - Vors. in der Pflichtschule
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