Mitterlehner: Optionale "Betriebssteuer" würde unternehmerischen Mittelstand entlasten

WKÖ unterstützt Vorstoß von ÖVP-Klubchef Schüssel für eine einheitliche Betriebsbesteuerung von 25 Prozent - Entlastungseffekt rund 200 Mio. Euro

Wien (PWK663) - Angesichts der unterschiedlichen Steuertarife bei Einkommenssteuer und Körperschaftssteuer hat die Wirtschaftskammer Österreich bereits im Vorjahr in Alpbach eine rechtsformneutrale Unternehmensbesteuerung vorgeschlagen. "Wir unterstützen daher den aktuellen Vorstoß von Wolfgang Schüssel in Richtung einheitlicher 25-Prozent-Besteuerung. Allerdings als Wahlmöglichkeit für die Betriebe, die je nach individueller Steuerlast entweder im System der Einkommenssteuer verbleiben oder sich alternativ nach den steuerlichen Vorschriften für Körperschaften besteuern lassen können", erklärt WKÖ-Generalsekretärstellvertreter Reinhold Mitterlehner. "Mit der Flat-Tax-Option können Unternehmen und Selbständige wie Ärzte und Rechtsanwälte auch ohne Wechsel der Rechtsform jene Besteuerungsform auswählen, die ihren unternehmerischen Zielsetzungen und Ertragslagen am besten entspricht."

Bei der Einkommenssteuer gilt derzeit ein Höchstsatz von 50 Prozent, bei Kapitalgesellschaften die KÖSt in Höhe von 25 Prozent plus 25 Prozent Kest bei Ausschüttung von Gewinnen. Die optionale Betriebssteuer würde 25 Prozent Einkommensteuer für alle Unternehmen bedeuten - plus 25 Prozent Kest bei Gewinnentnahme auch bei einkommenssteuerpflichtigen Einzelunternehmen und Personengesellschaften. Mitterlehner: "Dies entspricht dann insgesamt einer Steuerbelastung von 43,75 Prozent und würde die unterschiedliche Behandlung von Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften beseitigen." Der Umstieg von der Einkommenssteuerpflicht in ein Körperschaftssteuer-ähnliches Modell könnte verhältnismäßig einfach über das Umgründungssteuergesetz umgesetzt werden.

Mitterlehner rechnet durch die Einführung der Flat-Tax mit einem Entlastungseffekt für die Wirtschaft von rund 200 Millionen Euro. "Interessant wird ein Umstieg auf die neue Betriebssteuer vor allem für Einkommenssteuerpflichtige ab einem Jahresgewinn von ca. 130.000 Euro", konkretisiert Mitterlehner und fordert für Unternehmen und Selbständige mit geringerem Gewinn begleitend entsprechende Entlastungen im Rahmen einer Tarif-Reform. (Ne)

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