Stellungnahme des Wiener Integrationskonferenz - Vernetzungsbüros zur Causa "Islam als Sündenbock für die Politik"

Wien (OTS) - Die Ereignisse der letzten Tage, nämlich die
Festnahme terroristischer Umtriebe verdächtiger Personen und die von antiislamischem Hass geprägte Demonstration vor dem Haus unseres Mitgliedsvereins ATIB in Wien-Brigittenau zeigen sehr deutlich die Brüchigkeit des gesellschaftlichen Konsenses auf.

Die Wiener Integrationskonferenz ist der überparteiliche und überkonfessionelle Dachverband von über 180 Mitgliedsvereinen migrantischen Hintergrunds mit Sitz in Wien.

Leitlinie unseres Selbstverständnisses und Handelns sind die Grundwerte der Menschenrechte, der Demokratie und des Rechtsstaates. Menschenwürde ist unteilbar und unverzichtbar.

Auf der Grundlage dieser Werte sehen wir unsere Aufgabe darin, die Interessen der MigrantInnen bestmöglich zu vertreten und ihre Organisationen in deren Arbeit im Bedarfsfall zu unterstützen.
Zu den aufgezeigten Ereignissen können wir nicht schweigen.

Wir treffen folgende Feststellungen:

Terror, in welcher Form auch immer, von wem auch immer und aus welchen Motiven auch immer geplant und/oder durchgeführt, ist menschenverachtend und widerspricht fundamental unserem Selbstverständnis.

Wir halten es jedoch für höchst unverantwortlich und verwerflich, die tausenden unserer moslemischen MitbürgerInnen aufgrund staats-und menschenfeindlicher Äußerungen und Taten einiger weniger Extremisten selbst mit Generalverdacht zu belegen und deren Religion verächtlich zu machen.

Unsere moslemischen MitbürgerInnen haben, wie alle anderen auch, das Recht auf uneingeschränkten Respekt und Achtung ihrer Würde, das heißt auch, ihres guten Rufes.

Konfliktsituationen bedürfen einer friedlichen Lösung

Große Persönlichkeiten der jüngeren Geschichte sowie Gegenwart haben, nicht primär in der Theorie, sondern durch ihr gelebtes Beispiel richtungweisende Konfliktlösungsmechanismen aufgezeigt:
Mahatma Gandhi, Martin Luther King, Nelson Mandela, Erzbischof Desmond Tutu, Aung Sun Kyi und der XIV.Dalai Lama zum Beispiel.

Tiefgreifende Verständigungsschwierigkeiten zwischen MigrantInnen und ihren Organisationen einerseits, der einheimischen Bevölkerung andererseits drängt als akutes Problem nach einer dringenden Lösung. Dabei sind die Fragen, Ängste und Probleme aller Beteiligten und Betroffenen ernst zu nehmen.
Die Notwendigkeit der wechselseitigen frühzeitigen Kommunikation und Information ist unabweisbar.

Wir als Wiener Integrationskonferenz sind selbstverständlich bereit, unter Wahrnehmung aller unserer Möglichkeiten unseren Beitrag zu friedlicher Konfliktlösung und wechselseitigem Verständnis zwischen der Politik und den muslimischen Communities in den kommenden Tagen zu leisten.

Für den Vorstand: Mag. Alexis Neuberg - Obfrau Stv. WIK-Vernetzungsbüro

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