OeNB - Gutes Halbjahresergebnis infolge gedämpfter Betriebsaufwendungen

Unkonsolidierte Ertragslage der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute im 1. Halbjahr 2007

Wien (OTS) - Wie schon das 1. Quartal 2007 erahnen ließ, setzten die in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute die positive Entwicklung ihrer Ertragslage weiter fort. Im 1. Halbjahr 2007 wurde aufgrund steigender Betriebserträge (5,8% auf 8,53 Mrd EUR) und abgeschwächter Wachstumsraten bei den Betriebsaufwendungen (2,5% auf 5,30 Mrd EUR) mit 62,1% ein neuer Bestwert für die unkonsolidierte Cost-Income-Ratio präsentiert. Aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus waren sowohl die Zinserträge als auch die Zinsaufwendungen im Vergleich zum Vorjahr wesentlich höher, der Nettozinsertrag blieb allerdings mit 3,57 Mrd EUR unverändert. Das Wachstum der Betriebserträge war einerseits auf den steigenden Saldo aus dem Dienstleistungsgeschäft sowie andererseits auf die Erhöhung der Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen zurückzuführen. Für das Jahr 2007 rechnen die in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 4,69 Mrd EUR.

Die steigenden Marktzinssätze führten im ersten Halbjahr 2007 zu einer signifikanten Erhöhung der Zinsen und zinsähnlichen Erträge um 4,09 Mrd EUR (+30,1%) auf 17,72 Mrd EUR sowie zu einem Anstieg der Zinsen und zinsähnlichen Aufwendungen um 4,09 Mrd EUR (+40,7%) auf 14,15 Mrd EUR. Aufgrund des volumenmäßig gleich hohen Wachstums blieb der Nettozinsertrag unverändert bei 3,57 Mrd EUR.

Die Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen erhöhten sich um 15,7% auf 1,39 Mrd EUR. Der Zuwachs basierte hauptsächlich auf den Erträgen aus Aktien, Anteilsrechten und nicht festverzinslichen Wertpapieren, die sich nach einem Rückgang in der Vergleichsperiode des Vorjahres im 1. Halbjahr 2007 um 24,2% auf 0,49 Mrd EUR erhöhten.

Der Saldo aus dem Provisionsgeschäft belief sich im 1. Halbjahr 2007 auf 2,45 Mrd EUR (+13,1%). Nach dem starken Anstieg der Provisionsaufwendungen im 1. Halbjahr 2006 (+35,6% auf 0,93 Mrd EUR) konnten die Banken im 1. Halbjahr 2007 erstmals eine Reduktion um 1,4% auf 0,92 Mrd EUR vorweisen. Diese basierte hauptsächlich auf den Rückgängen bei den Provisionsaufwendungen aus dem Wertpapiergeschäft (-4,9% auf 0,52 Mrd EUR).

Die Provisionserträge erhöhten sich um 8,7% auf 3,37 Mrd EUR. Insgesamt stiegen die Betriebserträge um 5,8% bzw. 0,46 Mrd EUR und beliefen sich im 1. Halbjahr 2007 auf 8,53 Mrd EUR. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag der Zuwachs noch bei 7,1%.

Bei den Betriebsaufwendungen wurde im 1. Halbjahr 2007 mit 2,5% bzw. 0,13 Mrd EUR auf 5,30 Mrd EUR ein deutlich schwächeres Wachstum als in der Vergleichsperiode 2006 (+7,2%) festgestellt. Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich in den ersten 6 Monaten des Jahres 2007 um 2,9% bzw. 0,12 Mrd EUR auf 4,45 Mrd EUR (1. Halbjahr 2006:+7,0%). Die Verringerung dieser Wachstumsrate basierte vor allem auf dem schwächeren Anstieg des Personalaufwands (+1,1% bzw. 0,03 Mrd EUR). In der Vergleichsperiode 2006 waren die Personalaufwendungen aufgrund eines einmaligen Sondereffekts - der verstärkten Dotierung von Pensionsrückstellungen - relativ deutlich um 8,5% bzw. 0,21 Mrd EUR gestiegen. Im 1. Halbjahr 2007 kam es nun zur Auflösung dieser Pensionsrückstellungen. Der Sachaufwand stieg im 1. Halbjahr 2007 um 5,5% bzw. 0,09 Mrd EUR auf 1,80 Mrd EUR. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag der Zuwachs bei 4,8%.

Folglich erreichten die in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute mit 62,1% das beste Ergebnis, das je für eine Cost-Income-Ratio im 1. Halbjahr eines Jahres verzeichnet wurde.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2007 rechnen die in Österreich tätigen Kreditinstitute mit einem unkonsolidierten Betriebsergebnis von 6,07 Mrd EUR, welches mit 12,5% über dem geschätzten Wert der Vergleichsperiode 2006 liegt. Der Wertberichtigungsbedarf im Kreditbereich wird mit 1,26 Mrd EUR um 23,2% deutlich unter dem Schätzwert des Vorjahres angesetzt. Bei den Wertberichtigungen auf Wertpapiere und Beteiligungen wird mit einem Überhang aus der Auflösung in der Höhe von 0,40 Mrd EUR gerechnet. Unter Einbeziehung sämtlicher Bewertungsmaßnahmen und Risikokosten erwarteten die in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute einen Jahresüberschuss von 4,69 Mrd EUR. Damit liegt dieser Schätzwert um 21,0% über dem tatsächlichen geprüften Jahresüberschuss (3,88 Mrd EUR) für das Jahr 2006.

Weitere statistische Informationen finden sich unter dieaktuellezahl.oenb.at bzw. www.oenb.at im Bereich "Statistik und Melderservice"

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