Betriebsvereinbarung unzumutbar: ÖÄK unterstützt Wiener Neustädter Spitalsärzte

Bundeskurienobmann Mayer: "Mit Rufbereitschaft sollen eklatante Personalmängel bemäntelt werden - Verschlechterung der Versorgung ist vorprogrammiert"

Wien (OTS) - In ihrem Kampf gegen die von ihnen abgelehnte Betriebsvereinbarung erhalten die SpitalsärztInnen des Krankenhauses Wiener Neustadt Unterstützung von der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK). "Die Patientenversorgung wird durch die geplante Rufbereitschaft in der gesamten Region ausgehöhlt und auf Sparflamme zurückgefahren. Statt die eklatanten Personalmängel im Wiener Neustädter Spital zu beseitigen, versucht man mit einer festgeschriebenen Rufbereitschaft den Missstand zu bemänteln und noch einzuzementieren", kritisierte der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte und zweite Vize-Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer, in einer Aussendung. Mayer rief die zuständigen Politiker dazu auf, das Spital mit den nötigen finanziellen Mitteln für eine ausreichende personelle Besetzung auszustatten, statt auf einer Betriebsvereinbarung zu Lasten der Patienten zu bestehen.

Die Wiener Neustädter SpitalsärztInnen hätten die "volle Solidarität" der Bundeskurie "Es kann doch nicht sein, dass eine Trägerübernahme durch das Land zu einer Verschlechterung der Versorgung führt und wegen eines Polit-Hick-Hacks zwischen Stadt und Land rund 340 Ärztinnen und Ärzte auf Biegen und Brechen gefügig gemacht werden sollen und damit eine schlechtere Versorgung riskiert wird. Das ist nicht das Verantwortungsbewusstsein, das ich mir für das Gesundheitssystem wünsche", betonte Mayer.

Laut Mayer ist die gewünschte Flexibilisierung der Arbeitszeit nichts als ein Etikettenschwindel, um von personeller Unterbesetzung abzulenken. "Angesichts von ärztlichen Wochenarbeitszeiten von 100 Stunden und mehr in den Krankenhäusern, permanenten Verstößen gegen das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz in sieben von zehn österreichischen Spitälern und der hohen Burnout-Rate der Spitalsärztinnen und -ärzte ist es höchste Zeit für Gesundheitspolitiker umzudenken und diesen Misstand abzustellen, bevor die Negativ-Entwicklung ihre ersten Opfer fordert", so Mayer abschließend.

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