Bedarfsorientierte Pflege

Wien (OTS) - In Österreich sind derzeit 390.000 Menschen pflegebedürftig, Tendenz steigend. Aus Mangel an flexiblen Pflege und- Betreuungsmodellen bleiben Menschen oftmals in Spitälern. Sie belegen dort dringend benötigte Akutbetten, die das bis zu Dreifache der "Pflege zu Hause" kosten. Dass es auch anders geht, beweist seit mehr als 10 Jahren der Johanniter-Akutpflegedienst, ab 1. Oktober sogar rund um die Uhr!

Der Aktupflegedienst der Johanniter gewährleistet Pflege und Betreuung zu Hause durch diplomiertes Pflegepersonal in Akutsituationen. Damit wird eine wichtige Lücke von der Entlassung aus dem Spital ins eigene Heim geschlossen. "Diese Form des Pflegedienstes ist eine dringend benötigte Ergänzung zum Spitalsaufenthalt und zu Pflegeheimen. Als Profi im Rettungsdienst und Krankentransport war es für uns nahe liegend, diese Lücke zu schließen", so Anneliese Gottwald, Leiterin des Johanniter-Akutpflegedienstes. "Der Bedarf ist gerade in den Abendstunden so groß, dass wir ab 1. Oktober rund um die Uhr im Einsatz sein werden", freut sich die diplomierte Krankenschwester über die rege Nachfrage.

Das Team des Akutpflegedienstes fördert die Rehabilitation und Reintegration kranker und betagter Menschen in den vertrauten eigenen vier Wänden so lange, bis eine dauerhafte Pflegebetreuung organisiert ist. Der Akutpflegedienst springt auch dann ein, wenn Pflegepersonal oder betreuende Angehörige plötzlich krank werden und kein Ersatz zur Stelle ist.

Aufgrund des Notfallcharakters fallen bei Inanspruchnahme des Akutpflegedienstes für die Klienten in Wien keine Kosten an, der Akutpflegedienst wird durch den Fonds Soziales Wien und Spendengelder finanziert. Dieser kann nicht nur von Unfall- und Erstversorgungsambulanzen, sondern auch von Klienten, Angehörigen, Rettungsdienst, Ärztefunkdienst sowie von jedem in Not geratenen angefordert werden. Unter der Telefonnummer 01/47 600 ist das Team des Akutpflegedienstes rund um die Uhr erreichbar.

Das neue und bedarfsorientierte Konzept, mit dem die Pflege im extramuralen Bereich gestärkt wird, wurde im Dezember 2000 auch mit dem Gesundheitspreis der Stadt Wien ausgezeichnet. Aber damit gibt sich Gottwald nicht zufrieden: "Pflege muss bedürfnisorientiert, interdisziplinär und flexibel sein, nur so können wir auf die individuellen Bedürfnisse Rücksicht nehmen. Pflege aus einer Hand -ist das Modell der Zukunft"

Dazu bedarf es aber einer Reihe an neuen Maßnahmen:
Erste Schritte wären z.B.

  • Pflege und Betreuung müssen bundesweit einheitlich geregelt sein: Qualität und Kosten für Pflege dürfen nicht vom Angebot in den einzelnen Bundesländern, wie das derzeit der Fall ist, abhängig sein.
  • Multiprofessionelle Betreuung in der Mobilen Pflege: Um "Pflege aus einer Hand" zu bieten und zu verhindern, dass Menschen von bis zu fünf verschiedenen Fachkräften pro Tag betreut werden müssen, bedarf es einer multiprofessionellen Herangehensweise. Diplomierte Pflegekräfte müssen oftmals auch soziale, organisatorische und psychische Hilfe leisten.
  • Trotzdem sind einheitliche Ausbildungs- und Qualitätsstandards zur Sicherung der bedarfsorientierten Pflege und Betreuung nötig. So muss zwischen den Kompetenzen und Aufgaben einer Hausbetreuung und jenen einer qualifizierten Pflegekraft klar unterschieden werden.
  • Anpassung des Pflegegeldes an die realen Erfordernisse. Demenzkranke werden häufig trotz hohen Betreuungsbedarfs in einer geringen Pflegestufe eingestuft.

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Johanniter-Unfall-Hilfe in Österreich
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