"KURIER"-Kommentar von Andreas Schwarz: "Schafe und Schlingel"

Auch in der Politik darf man nicht von einem auf alle schließen. Vermutlich.

Wien (OTS) - Das entschuldigende Prinzip der "schwarzen Schafe" immer dann, wenn der Vertreter eines Standes Mist baut, muss natürlich auch für die Politik gelten.
Es hat also nicht die gesamte SPÖ ein demokratisches Verständnis wie in Turkmenistan, nur weil ein Stadtparteichef in Kärnten bei einer Wahl mehr Stimmen bekommt, als ihn Menschen erklärtermaßen gewählt haben - und nix dabei findet.
Es ist nicht die ganze ÖVP kriminell, nur weil ein Landespolitiker und Familienbund-Sprecher wegen Schlepperei und Veruntreuung noch nicht rechtskräftig, aber ganz ordentlich verknackt wird.
Es ist nicht die ganze FPÖ ewiggestrig, nur weil ihr Vorsitzender in Jugendjahren mit einer Organisation "Lebensmittelpakete verteilt" hat, deren Nächstenliebe sich auf einen Nächsten beschränkt, nämlich Adolf.
Es ist auch das BZÖ kein Trupp von dumpfen Schlägern, nur weil sich der Boss hie und da mit solchen umgibt und sich in einfältiger Vorstadt-Solidarität dann an nix erinnern kann.
Dass die Grünen kein schwarzes Schaf haben, weil sie sogar dafür zu müde sind, heißt im Umkehrschluss übrigens nicht, dass alle Schlingel sind. Vermutlich.

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