Zinggl: "Keine ambitionierten Recherchen des Innenministers" in Sachen Ulrichsberg

Bundesheer-Gedenktafeln am Ulrichsberg stammen von einem kurzlebigen heeresnahen Verein

Wien (OTS) - "Seit Jahren hängen im sogenannten Ehrenhain des Kärntner Ulrichsberges neben Gedenksteinen, die an SS- und Reichsarbeitsdienst-Einheiten erinnern, auch Tafeln mit dem Logo des österreichischen Bundesheeres", erklärt der Grüne Minderheitensprecher Wolfgang Zinggl. "Und angeblich weiß niemand, wer sie dort befestigt haben könnte." Erst vor wenigen Tagen hatte Innenminister Platter in einer Anfragebeantwortung zu Protokoll gegeben, dass "die Sicherheitsbehörden [...] trotz intensiver Bemühungen die damaligen Initiatoren für die Anbringung der Tafeln nicht eruieren konnten", zitiert Zinggl aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung des Innenministeriums.

Nach Recherchen der Grünen und von Josephine Broz vom Arbeitskreis gegen den Kärntner Konsens stellte sich heraus, dass zur Klärung ein Anruf bei der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit des Militärkommandos Kärnten genügt hätte. Dort erfährt man nämlich ohne weiteres, dass die Gedenktafeln vor einigen Jahren im Auftrag eines kurzlebigen, aus ehemaligen Bundesheer- und UN-Truppenangehörigen bestehenden Vereins montiert wurden, dessen einziger Existenzzweck die Anbringung ebendieser insgesamt drei Schilder gewesen zu sein scheint.

"Insofern war des Innenministers Wille zur Recherche enden wollend", kritisiert Zinggl und setzt fort: "Es ist offenbar auch nicht daran gedacht, die Tafeln abzunehmen, obwohl etwa eine Marmorplatte der Kärnter Fliegerkameradschaft mit Bundesheer-Logo direkt über einer Gedenktafel des berüchtigten Infanterieregiments 7 prangt. Wie Innenminister Platter unter solchen Vorzeichen behaupten kann, die Gedenktafeln mit österreichischen Hoheitszeichen ließen keine Verbindung zu jenen mit Emblemen von NS-Organisationen erkennen, bleibt sein süßes, wenngleich ein wenig seltsam riechendes Geheimnis", so Zinggl abschließend.

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